Lebenslang für Mord an Rentner-Ehepaar

- Hannover - Wegen Mordes an einem Rentner-Ehepaar hat das Landgericht Hannover am Mittwoch einen 48-jährigen früheren Krankenhausboten zu einer weiteren lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der hör- und sprechbehinderte Mann aus Hannover war im April bereits für Morde an zwei taubstummen Senioren in der Landeshauptstadt mit lebenslanger Haft bestraft worden. Kurz nach diesen Taten beraubte und erstach der in Schulden geratene Mann im vergangenen November ein Rentner-Ehepaar im nordrhein-westfälischen Bad Oeynhausen, um zu Geld für einen Schrank zu kommen.

Das Schwurgericht stellte die besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt. Der Verteidiger hatte sich der Forderung der Staatsanwaltschaft auf lebenslange Haft uneingeschränkt angeschlossen. "Ich finde keine entlastenden Momente", sagte Döbel. Der Angeklagte hatte mit seiner Tatversion, er habe das Rentner-Ehepaar "versehentlich" beim Stolpern über unebenen Boden erstochen, vor Gericht keinen Glauben gefunden.

Der 48-Jährige, der in einer Pflegefamilie aufwuchs und seit 1995 in einem Männerwohnheim in Hannover gelebt hatte, hatte im November 2001 dem Rentner-Ehepaar in Bad Oeynhausen rund 179 Euro geraubt, sie gefesselt, gedrosselt und dann erstochen. Nach Auffassung des Gerichts wollte der Angeklagte so verhindern, dass ihn die Eheleute wegen des Raubes an die Polizei verraten könnten.

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