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Diese Klimaanlage könnte für den Legionellen-Ausbruch verantwortlich sein.

Montgolfiade abgesagt

Legionellen-Ausbruch: Reisewarnung für Warstein

Warstein/Soest - Noch steht nicht fest, was die Legionelleninfektion in Warstein ausgelöst hat. Die Behörden warnen vor Besuchen in der Stadt im Sauerland, die Einwohner sind verunsichert.

Schon seit drei Wochen leidet die Stadt Warstein im Sauerland unter den Legionellen. Mittlerweile sind 150 Erkrankte behandelt worden, zwei Männer sind an einer durch die Bakterien ausgelösten Lungenentzündung gestorben. „Das ist der größte Legionellen-Ausbruch in Deutschland“, sagt Bürgermeister Manfred Gödde. Das Ballonfahrertreffen „Montgolfiade“, zu dem jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher nach Warstein kommen, wurde abgesagt. Das Schlimmste schien aber überstanden, mit einer industriellen Kühlanlage war der Verursacher anscheinend gefunden.

Weil es aber immer noch keine endgültige Klarheit durch Laborbefunde gibt, entschied sich der Kreis Soest angesichts verbereiteter „Entwarnungsstimmung“ zu einem drastischen Schritt. Am Freitagabend riet er von unnötigen Reisen in den 27 000-Einwohner-Ort ab. Schnell war von einer Reisewarnung die Rede. Der Kreis rechtfertigte die Reiseempfehlung mit dem Restrisiko: Man dürfe nicht zulassen, dass eventuell Infizierte aus Warstein zurück in ihre Heimatorte reisten, so Kreisdirektor Dirk Lönnecke.

In Warstein haben die Empfehlungen aus dem Kreishaus Irritationen ausgelöst. „Es ist unverständlich, dass man Auswärtige davor warnt, nach Warstein zu kommen, aber wie sich die Warsteiner verhalten sollen, das ist bisher noch nicht gesagt worden“, kritisiert Stefan Enste, der Touristen durch die Bilsteinhöhle führt. Direkte Informationen der Behörden haben die Haushalte in Warstein nicht bekommen.

Auch der Zeitpunkt der Reiseempfehlung trifft auf Unverständnis. „Wenn die Warnung gekommen wäre, als es neu aufgetreten ist, hätte ich das eher verstanden als jetzt“, sagt Maria Bergmann. Dass es noch eine weitere Infektionsquelle gibt, sei doch sehr unwahrscheinlich, meint die Verkäuferin.

Bürgermeister Gödde hat Verständnis für die Entscheidung der Kreisbehörden. „Ich habe erst geschluckt: Wie kann man sagen, die Menschen sollen zu Hause bleiben, es soll keiner mehr nach Warstein kommen?“ Es sei zwar eine sehr vorsichtige Maßnahme. Aber: „Die Experten haben richtig gehandelt.“

Die Gesundheitsbehörden hoffen, dass die Zahl der Neuerkrankungen bis Mitte der Woche abnimmt. Erste Anzeichen dafür gibt es. „Wir haben zumindest einen positiven Trend“, berichtet Thomas Schumacher, Chefarzt des Krankenhauses Maria Hilf, am Sonntag. Bisher sei die Zahl der Neuerkrankungen am Wochenende nicht so hoch wie in den Vortagen. „Außerdem lässt der Schweregrad der Erkrankungen nach“, sagt Pflegedienstleiter Klaus Wohlmeiner.

Einer, den weder die Reiseempfehlung noch die Absage der Montgolfiade erreichte, ist Jens Hefener aus dem niedersächsischen Westerstede. Er war mit seiner Familie zu einem Überraschungsausflug ins 280 Kilometer entfernte Warstein gefahren. „Wir wollten uns die Ballone ansehen. Jetzt muss ich mir etwas anderes überlegen. Von den Legionellen habe ich vorher nichts gehört.“

dpa

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