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Das wohl berühmteste Werk von Nathan Sawaya : „Yellow“. Es zeigt einen männlichen Oberkörper mit aufgerissener Brust aus knapp 11 000 Steinen.

Mona Lisa, die Beatles und mehr

Lego-Ausstellung: Wer will Bauklötze staunen?

London - Mona Lisa oder die Beatles - seine Werke lassen den Betrachter Bauklötze staunen: Der Amerikaner Nathan Sawaya baut Meisterwerke der Kunstgeschichte mit Legosteinen nach und fertigt beeindruckende Nachbildungen menschlicher Körper an.

Die Erfolgsgeschichte von Nathan Sawaya begann mit einem Hund. Da er als zehnjähriger Junge keinen lebenden haben durfte, baute er sich kurzerhand einen aus Lego-Steinen. Sein Vierbeiner sei damals zwar lebensgroß, jedoch noch sehr bunt und eckig gewesen, sagt Sawaya heute. Längst hat der „Lego-Künstler“ seine Technik perfektioniert.

Zu seiner Sammlung gehören mittlerweile Interpretationen klassischer Meisterwerke der Kunstgeschichte oder ein sechs Meter langer Dinosaurier - all das gefertigt bloß aus den weltberühmten rechteckigen Steinchen. 80 seiner mitunter beeindruckenden Skulpturen stellt der 41 Jahre alte US-Amerikaner noch bis zum 4. Januar 2015 in London aus.

Mehr als eine Million Legosteine verbaut

Für seine Werkschau „The Art of the Brick“ in der Old Truman Brewery - passenderweise in der Brick Lane im pulsierenden Osten der Stadt - hat Sawaya mehr als eine Million Steine verbaut. Über 4200 Stunden habe die Herstellung gedauert. Die „CNN“ bezeichnete die Ausstellung, die seit 2007 von mehr als einer Million Besucher in Nordamerika, Asien, Australien und Europa gesehen wurde, schon vor drei Jahren als eine der zehn sehenswertesten der Welt. In Deutschland haben die Veranstalter bislang noch keinen geeigneten Ort gefunden.

Die Londoner pendeln in Scharen gen Osten und bestaunen in den Kellerräumen der ehemaligen Brauerei unter anderem die Lego-Nachbildungen von Michelangelos David, der Venus von Milo oder Rodins Denker - in schlachtschiffgrau. Auch die Mona Lisa gehört zu den Ausstellungsstücken - hier allerdings im Pixel-Look.

Lego-Ausstellung in London

Lego-Ausstellung in London

Sawayas Arbeiten pendeln zwischen Kinderzimmer und Kunstgalerie. Manche seiner Werke könnten auch im Legoland stehen. Niemand käme dort auf die Idee, sie als Kunst zu bezeichnen. Mit anderen wiederum schafft er es eindrucksvoll, zum Nachdenken anzuregen. Auch der „Independent“ meint: „Die Ausstellung ist dumm und unheimlich nachdenklich stimmend zugleich“. So zeigt „Incomplete“ beispielsweise einen Mann, dem ein Teil seines Körpers fehlt. „Mask“ stellt einen Menschen dar, der sich die Fassade vom Gesicht nimmt, hinter der es sich so angenehm verstecken lässt.

Sawayas berühmtestes Werk

Menschliche Körper sind Sawayas liebstes Objekt. Darunter fällt auch sein wohl berühmtestes Werk „Yellow“. Es zeigt einen männlichen Oberkörper mit aufgerissener Brust aus knapp 11 000 Steinen. Aus seinem Inneren fallen gelbe Steine heraus. „In meinen Kunstwerken sieht man, dass ich aus kleinen Rechtecken auch menschliche Formen mit all ihren komplizierten Kurven darstellen kann“, sagt Sawaya im Pressematerial zur Eröffnung.

Aus der Ferne betrachtet lösen sich die Ecken und Kanten seiner Werke tatsächlich auf. „Wie so oft im Leben ist es eine Frage der Perspektive. Aus der Nähe ist die rechteckige Form des einzelnen Steins prägend. Von weitem betrachtet werden die Linien zu Kurven“, kommentiert der Künstler. Seinen Job als Rechtsanwalt hat Sawaya 2002 aufgegeben. Seitdem ist seine zweite Karriere ganz auf Lego ausgerichtet. „Beim Herstellen von Skulpturen habe ich mich wohler gefühlt, als beim Verhandeln von Verträgen in Vorstandsräumen“, sagt er rückblickend.

Er habe Lego als Material gewählt, da es seine Kunst leicht zugänglich mache. Fast jeder Mensch sei in seinem Leben doch schon mit den Steinen aus Dänemark in Berührung gekommen. Saway selbst erhält noch heute von seinen Eltern zum Geburtstag und zu Weihnachten regelmäßig Lego-Spielzeug. „Das ist ein Running-Gag geworden“, sagt er. Für seine erste Ausstellung in England hat sich der US-Amerikaner etwas Besonderes einfallen lassen: Die Besucher werden unter anderem mit einer Nachbildung der Beatles verabschiedet - und eine rote Telefonzelle darf auch nicht fehlen. Immerhin sind beide genauso berühmt wie sein Lieblingsspielzeug.

dpa

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