Nur eine Sache bereut er

 „Sichtbar schwul“: Warum dieser Lehrer neben Trump so posierte

Ein als „Lehrer des Jahres“ ausgezeichneter Mann hatte bei einem Fototermin mit US-Präsident Trump eine besondere Idee. Er zeigte sich auf markante Weise als „sichtbar schwul“.

Washington - Eigentlich reine Routine für einen US-Präsidenten. Ein Lehrer aus Rhode Island sollte zum „Lehrer des Jahres 2017“ ausgezeichnet werden, inklusive Fototermin im Oval Office mit dem Präsidentenpaar. Der Geehrte hatte allerdings eine besondere Idee.

Nikos Giannopoulos gab sich nämlich größte Mühe, neben Donald Trump „sichtbar schwul“ aufzutreten. Auf dem Foto ist sein Kopf leicht zur Seite in Richtung eines filigranen Fächers geneigt. Am Revers trägt er eine Regenbogenflagge, ein Zeichen von Gruppen, die sich für die Rechte von Homosexuellen einsetzen. Dazu hat er ein Nasenpiercing und Goldschmuck am Kragen.

Das Foto, welches nicht das offizielle Bild ist, sondern zusätzlich extra für Giannopoulos angefertigt wurde, postete er bei Facebook. Das rief begeisterte Reaktionen hervor. Bis zum 22. Juni war das Posting bereits fast 6000 Mal geteilt worden und erhielt fast 24.000 „Gefällt mir“. 

Einfach wie im Alltag gekleidet

Gegenüber der Washington Post gab sich Giannopoulos gelassen. Er sei im wesentlichen genauso angezogen gewesen, wie er das im Schulalltag auch sei. „Die Sache dabei ist, offen und erkennbar schwul zu sein, wird ständig politisiert“, so der Lehrer, „Niemand denkt sich da einfach nur: Oh, vielleicht ist das einfach nur wie er so ist.“ Er räumte aber auch ein, dass seine Entscheidung, wie er sich auf dem Foto gab, mit den diversen politischen Entscheidungen Trumps sowie den Einstellungen einiger seiner Berater gegenüber Homosexualität zu tun hatte. 

An seiner eigenen Schule setzt er sich für die Rechte und Berücksichtigung der Interessen von schwulen, lesbischen und transsexuellen Schülern ein. Das brachte ihm auch die Auszeichnung ein. Bei der Aufnahme des Fotos hätten ihn Mitarbeiter zunächst gebeten, zumindest den Fächer wegzulassen. Er habe dann aber Trump gefragt, ob es ihn störe. „Er sagte, kein Problem“, so der Lehrer, „Der Rest ist Geschichte.“ Das einzige was er an der Aktion bedauere, sei, dass es nur ein Fototermin war. Gerne hätte er mit Trump diskutiert.

hs

Lesbisch, schwul, bisexuell, trans oder queer zu sein, ist in unserer Gesellschaft noch immer nicht selbstverständlich. Wir haben uns mit drei „Betroffenen“ über ihr Coming-out unterhalten.

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

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