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Die verunglückte Fähre "Sewol".

Zwei Monate nach Untergang

Immer noch Leichen-Funde nach "Sewol"-Unglück

Seoul - Mehr als zwei Monate nach dem verheerenden Unglück der südkoreanischen Fähre "Sewol" wurde eine weitere Leiche aus dem Meer geborgen.

Taucher an der südkoreanischen Unglücksfähre "Sewol" haben am Dienstag ein weiteres Todesopfer aus dem Meer geborgen. Es handelte sich um eine Passagierin, die beim Untergang der Fähre Mitte April ums Leben gekommen war. Es ist das erste Mal seit mehr als zwei Wochen, dass die Taucher wieder eine Leiche bargen. Zuletzt war am 5. Juni ein Todesopfer in mehreren Kilometern Entfernung vom Unglücksort gefunden worden.

Die "Sewol" war am 16. April mit 476 Menschen an Bord vor der Südküste gesunken. Nach bisherigen Angaben kamen 293 Menschen ums Leben, noch immer werden aber elf Passagiere vermisst. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Die wenigen Besatzungsmitglieder, die an Bord blieben und versuchten, den Passagieren zu helfen, überlebten das Unglück nicht.

Die meisten Opfer des Untergangs waren Schüler auf einem Ausflug. Ein Bezirksgericht in Gwangju, wo vor zwei Wochen der Prozess gegen die überlebenden Besatzungsmitglieder begann, erlaubte am Dienstag eine Anhörung der jugendlichen Überlebenden in mehreren Sondersitzungen in ihrem Heimatort. Die Anhörung soll Ende Juli unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Zu Begründung der Entscheidung hieß es, den traumatisierten Schülern solle zusätzlicher Stress erspart werden. Die weite Reise aus der Stadt Ansan im Süden des Landes nach Gwangju sei ihnen in ihrer gegenwärtigen Verfassung nicht zuzumuten.

Kapitän Lee Joon Seok und 14 Mitglieder seiner Mannschaft sind der "fahrlässigen Tötung" in besonders schwerem Fall angeklagt. Ihnen droht die Todesstrafe.

AFP

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