Leichen nach Flüchtlingsdrama vor Malta geborgen - Kritik der UN

Nach einer der schlimmsten Flüchtlingstragödien im Mittelmeer der vergangenen Jahre sind zwei Leichen aus der See vor Malta geborgen worden. 68 Menschen aus Somalia, dem Sudan und Eritrea galten am Freitag weiterhin als vermisst. Es gab jedoch keine Hoffnung mehr, sie lebend zu bergen.

Die Toten wurden am Donnerstagabend von einem deutschen Hubschrauber der EU-Grenzagentur Frontex gesichtet und an Bord eines Bootes der maltesischen Küstenwache an Land gebracht. Der Helikopter hatte bereits am Mittwoch drei weitere Leichen entdeckt, die jedoch wegen schlechten Wetters nicht geborgen werden konnten.

Nur acht Einwanderer haben das Unglück überlebt. Sie waren von einem maltesischen Fischerboot gerettet worden und wurden in ein Flüchtlingslager auf der Insel gebracht. Das UN- Flüchtlingshochkommissariat UNHCR forderte die Behörden auf, die Überlebenden medizinisch zu versorgen und sie freizulassen. Jedoch habe die maltesische Regierung noch nicht auf diese Forderung geantwortet, hieß es.

Ein maltesischer UNHCR-Mitarbeiter habe mit den Flüchtlingen gesprochen. Sie erzählten ihm, sie seien Ende vergangener Woche gemeinsam mit den anderen Immigranten in Libyen in See gestochen. Am Montag sei ihr Boot gekentert, worauf die meisten Insassen, darunter auch drei schwangere Frauen, in den Fluten versunken seien. Die acht Überlebenden hatten sich an die Reste des Bootes geklammert und wurden am Dienstag gerettet. Einer von ihnen, ein 15-jähriger Junge, sei schwer traumatisiert und derzeit weder in der Lage zu laufen noch zu sprechen, teilte die UN-Organisation mit.

Falls keine weiteren Überlebenden mehr gefunden würden, sei dies nach UNCHR-Angaben eines der verheerendsten Unglücke von Immigranten zwischen Nordafrika und Europa aller Zeiten. Unterdessen erreichten am Freitag wieder über 400 Flüchtlinge die süditalienische Insel Lampedusa, über 350 von ihnen waren auf einem einzigen Boot unterwegs.

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