Handy von NSU-Opfer überführt Leichenfledderer

Kassel - Das falsche Opfer hat sich ein Klinikassistent ausgesucht, der Tote bestohlen hat. Das Handy eines Mannes, den wohl die NSU ermordet hatte, hätte der Leichenfledderer nicht an sich nehmen sollen.

In der Pathologie soll der Sektionsassistent einer Kasseler Klinik Toten ihren Schmuck gestohlen haben. Nachdem die rechtsextreme Terrorgruppe 2006 den Internetcafé-Betreiber Halit Y. in dessen Laden erschossen hatten, nahm der Mann auch dessen Leiche das Handy ab. Der Klinikmitarbeiter trug das Gerät bei sich und wurde über die Nummer schließlich geortet, erklärte der Sprecher. Danach wurden ihm laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel am Freitag noch drei andere Fälle zugeschrieben.

Wegen Unterschlagung verurteilte das Amtsgericht Kassel den Täter 2007 zu einer Geldstrafe. Das Klinikum Kassel hat sich nach Angaben einer Sprecherin von dem Mann getrennt, als der Vorfall bekannt wurde.

dpa

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