Polizei spricht von "aggressiver Stimmung"

Rangeleien in Flüchtlingsunterkunft in Ellwangen

Aalen - Bei einem Gedränge in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen ist es am Sonntag zu Handgreiflichkeiten gekommen.

In einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Ellwangen sind bei Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern aus Syrien und Algerien mehrere Personen leicht verletzt worden. Das teilte die Polizei am Montag im baden-württembergischen Aalen mit. 

Demnach gab es beim Anstehen zur abendlichen Essensausgabe am Sonntag einen Zwischenfall, der zu weiteren Auseinandersetzungen führte. Die Polizei sprach von einer "aggressiver Stimmung". Laut Polizei kam es in der Warteschlange vor der Kantine zu einem ersten Gerangel, das von anwesenden Polizisten aber mit Lautsprecherdurchsagen beruhigt werden konnte. 

Kurz darauf seien die Wartenden wegen eines Regenschauers in das Gebäude gedrängt, wobei es zu Handgreiflichkeiten zwischen einem Syrer und drei Algeriern gekommen sei. Die Beteiligten seien dabei leicht verletzt worden. Während der Versorgung der Männer in der Krankenstation kam es dann zu weiteren Rangeleien zwischen einer Gruppe syrischen und einer Gruppe algerischer Flüchtlinge. Die Beamten riefen mehrere Streifenwagenbesatzungen zur Verstärkung und konnten nach eigenen Angaben so weitere Eskalationen schließlich verhindern. Zuvor wurden aber weitere sechs Algerier bei den Handgreiflichkeiten leicht verletzt. 

Vor wenigen Tagen war es in einer Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Suhl zu massiven Auseinandersetzungen gekommen. Auslöser war ein Streit, der sich laut Polizei daran entzündete, das ein Bewohner Seiten aus einem Koran herausriss und daher von anderen attackiert wurde. Als Polizisten in der Einrichtung eintrafen, wurden sie von Flüchtlingen mit Steinen beworfen und attackiert. Polizeigewerkschaften und Flüchtlingsorganisationen machten die Überbelegung in den Unterkünften sowie die traumatischen Erlebnisse vieler Flüchtlinge für solche Eskalationen verantwortlich und fordern eine bessere Unterbringung.

afp

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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