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„Querdenker“-Demo in Leipzig eskaliert: Video zeigt tumultartige Szenen - Polizei setzt Schlagstöcke ein

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Von: Yasina Hipp, Magdalena Fürthauer

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Corona-Demonstranten und die Polizei gehen in Leipzig aufeinander los.
Die Corona-Demo in Leipzig droht zu eskalieren, mittlerweile setzt die Polizei Schlagstöcke und Pfefferspray ein. © STRINGER / AFP

Nachdem Teilnehmer von Corona-Demos in Leipzig Polizeiketten durchbrochen hatten, drohte die Situation zu eskalieren. Erst in den späten Abendstunden kehrte langsam Ruhe ein.

Update vom 06. November, 22.50 Uhr: Die Lage in Leipzig scheint sich langsam aber doch wieder zu entspannen. Laut Polizei würden die meisten Teilnehmer der Corona-Demonstrationen die zentralen Plätze verlassen. Einige Personen hätten jedoch an einem verbotenen Aufzug teilgenommen, wie die Behörde auf Twitter bekanntgibt. Die Identitätsfeststellung der Betroffenen läuft demnach seit über zwei Stunden.

„Querdenker“-Demo in Leipzig eskaliert: Video zeigt tumultartige Szenen - Polizei setzt Schlagstöcke ein

Update vom 06. November, 18.35 Uhr: Nur etwa zwei Stunden nach offiziellem Beginn der Corona-Demos in Leipzig kam es mittlerweile zu Ausschreitungen. Unter anderem zeigt ein Video auf Twitter tumultartige Szenen, in denen Demonstranten versuchen, eine Polizeikette zu durchbrechen. Die Einsatzkräfte setzen dabei Schlagstöcke, Pfefferspray und vereinzelt auch Wasserwerfer ein.*

Wie viele Personen verletzt wurden, ist nicht bekannt. Die Polizei Sachsen twitterte jedoch, dass bereits mehrere Notrufe verletzter Personen eingegangen seien. Man befinde sich nun in einer „sehr dynamischen Einsatzphase.“ Gruppen an Kritikern der Corona-Maßnahmen im jeweils dreistelligen Bereich führten demnach Aufzüge in der Innenstadt durch.

Mehrere tausend Teilnehmer hätten sich schon zu den Corona-Demos in Leipzig versammelt, wie die Polizei der LVZ mitteilte. Die Situation sei sehr kompliziert, weil immer wieder Passanten sich in die Versammlungen mischen würden. Verbieten könnten die Beamten die Demonstration nicht, das obliege der Versammlungsbehörde. Entspannung ist offenbar noch nicht in Sicht.

Leipzig: Maximale Teilnehmerzahl von Corona-Demos erreicht - Polizei nimmt 24 Personen in Gewahrsam

Update vom 06. November, 16.25 Uhr: Nachdem am Samstagnachmittag in Leipzig mehrere Corona-Demonstrationen angekündigt waren und gleichzeitig hunderte Fußballfans in die Stadt strömen, scheint die Kapazitätsgrenze mancherorts nun erreicht zu sein. Wie die Polizei Sachsen auf Twitter bekanntgibt, sei die maximale Teilnehmeranzahl von 1.000 Personen bei der Versammlung auf dem Augustenplatz erreicht worden. Die Behörden stellten nun sicher, dass niemand mehr auf das Gelände hinzukommen könne. Es gebe jedoch eine weitere Versammlungsfläche in der Goethestraße.

Außerdem habe die Polizei bereits 24 Personen „des rechten Spektrums“ in Gewahrsam genommen, so ein weiterer Tweet. Allenfalls mitgeführte Gegenstände seien abgenommen worden und die betroffenen Demonstranten dürften heute an keiner weiteren Veranstaltung teilnehmen.

Leipzig unter Strom: Mehrere Corona-Demos angekündigt - und dann sind da noch die Fußballfans

Ursprungstext vom 6. November 2021: Leipzig - Unglaubliche Szenen spielten sich vor ziemlich genau einem Jahr in Leipzig ab. Eine Demonstration der „Querdenken“-Bewegung mit rund 20.000 Teilnehmenden lief aus dem Ruder: Neonazis mischten sich unter, zahlreiche Verstöße gegen die Masken- und Abstandspflicht wurden vermerkt und die Polizei hatte Schwierigkeiten die Situation aufzulösen.

Heute steht die Stadt wieder unter Strom. Die „Bewegung Leipzig“ hat zu einer Demonstration für Freiheit und gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen. Das Motto: „Freiheit, Gleichheit, Solidarität“. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ plant eine Gegendemonstration. Zusätzlich spielt um 18.30 Uhr RB Leipzig gegen Borussia Dortmund in der Fußball-Bundesliga: Das Spiel lockt natürlich Fans beider Teams in Richtung Stadion.

Demos in Leipzig geplant: Neue Corona-Warnstufe begrenzt Versammlungen

Im Freistaat Sachsen greift seit Freitag eine Corona-Vorwarnstufe. Die Fallzahlen im Bundesland sind so hoch, dass zu weiteren Einschränkungen gegriffen wird. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für Sachsen eine Inzidenz von 415,8. Zum Vergleich: Der bundesweite Wert liegt bei 183,7. Die neue Warnstufe bringt mit sich, dass Veranstaltungen nur noch ortsgebunden und mit maximal 1.000 Teilnehmenden stattfinden dürfen. Das bedeutet, dass die ursprünglich angekündigten 3.000 Demonstranten nicht über den Innenstadtring Leipzigs ziehen dürfen. Ob sich die Personen daran halten, wird sich zeigen.

Insgesamt sind am heutigen Samstag zwölf Kundgebungen zu verschiedenen Themen in Leipzig geplant.

Polizei bereitet sich auf Menschenmassen vor

Ab 14 Uhr rechnet die Polizei Sachsen mit größeren Einschränkungen im öffentlichen Verkehr. Gegen Abend soll sich die Situation dann weiter zuspitzen, wenn auch die ersten der rund 40.000 erwarteten Fußballfans Richtung Stadion strömen. Für den Großeinsatz plant die Polizei mit einem Hubschrauber, einer Wasserwerfer-Staffel und einer Reiterstaffel. Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern wurden ebenfalls angefordert. Vor allem an die Fußballfans appelliert die Polizei möglichst früh anzureisen und sich über die Verkehrssituation zu informieren. (mef) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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