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Bleibt vorerst am Boden: Das Space-Shuttle "Endeavour".

Letzter Start von Shuttle "Endeavour" geplatzt

Cape Canaveral - Hunderttausende wollen zuschauen, sogar das Präsidentenpaar hat sich angekündigt. Dann macht die Technik einen Strich durch die Rechnung. Der Start war geplatzt.

Lange Gesichter in Cape Canaveral: Technische Probleme haben den letzten Start der US-Raumfähre “Endeavour“ am Freitag kurzfristig vereitelt. Ursache waren nach Angaben der Nasa Probleme mit einer Beheizungsvorrichtung. Der Shuttle kann nun frühestens am Montagabend MESZ aufbrechen - mindestens so lange wird es dauern, den Schaden zu beheben.

Als Zuschauer hatten sich unter anderem Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle angekündigt. 750 000 Zuschauer wurden erwartet. Es sollte der letzte Flug der “Endeavour“ und der vorletzte einer der legendären Orbiter überhaupt werden. Dann werden die Raumfähren eingemottet.

Das Präsidentenpaar wollte sich trotz der Absage auf den Weg nach Cape Canaveral machen - statt der Beobachtung des Starts sollte es für sie nun eine Besichtigung des Geländes geben. Zum ursprünglich am Freitag geplanten Start war auch die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords angereist, die bei einem Attentat im Januar durch einen Kopfschuss schwer verletzt wurde. Sie kam mit ihren Ärzten. Giffords ist mit “Endeavour“-Kommandant Mark Kelly verheiratet.

Die sechsköpfige Besatzung der Raumfähre war schon am Shuttle eingetroffen, als die Nasa den Start abblies. Ärger bereiten nach Angaben der Weltraumbehörde zwei Heizungen, die zu einem Stromgerät gehören. Dieses versorgt das Steuerungssystem des Shuttle während des Starts und der Landung - es muss beheizt werden, damit es im Weltraum nicht einfriert. Um das Problem beseitigen zu können, muss nun der Außentank der “Endeavour“ geleert und ein Gerüst errichtet werden.

Damit kann der Shuttle der Nasa zufolge frühestens um 14.33 Uhr Ortszeit (20.33 Uhr MESZ) am Montag abheben. Schon bei vergangenen Starts der Shuttles war es immer wieder zu Verzögerungen wegen technischer Schwierigkeiten gekommen. Im Februar war die Raumfähre “Discovery“ erst Monate nach dem ursprünglich geplanten Termin zu ihrer letzten Reise aufgebrochen. Hat die “Endeavour“ es einmal ins All geschafft, warten auf die Mannschaft zwei arbeitsreiche Wochen. Viermal sollen die Männer aussteigen, um die Internationale Raumstation auf Vordermann zu bringen.

Die Liste der Reparaturen und Installationen ist lang wie selten - mit gutem Grund: Ihr abschließender Außeneinsatz am 9. Mai wird der letzte für Astronauten eines Nasa-Shuttles sein. Für den “Atlantis“-Flug im Juni ist keiner mehr geplant. Danach ist die Ära der wiederverwendbaren US-Raumfähren nach fast 30 Jahren beendet. Tausende Shuttle-Mitarbeiter haben bereits ihre Kündigungen erhalten. Die “Endeavour“ wird nach mehr als 166 Millionen Kilometer im All und 4500 Erdumrundungen ihren Ruhestand im Wissenschaftszentrum in Los Angeles verbringen.

Der letzte Flug der “Endeavour“ hat Massen von Raumfahrt-Fans nach Cape Canaveral gelockt. Polizisten und Freiwillige versuchten seit Tagen, dem Andrang der Zuschauer Herr zu werden. Parkplätze waren stark nachgefragt, Kirchen verkauften Essen und T-Shirts, um Geld für wohltätige Zwecke einzunehmen. Hotels waren ausgebucht, viele Besucher übernachteten in Zelten.

dpa

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