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Libanesische Truppen an Israels Grenze

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- Schebaa/Tel Aviv - Die reguläre libanesische Armee ist im Süden ihres Landes weiter in Richtung der israelischen Grenze vorgerückt. Eine Vorhut der 10. Brigade der libanesischen Armee hielt am Freitag in der Ortschaft Schebaa an den israelisch besetzten syrischen Golan-Höhen Einzug. Mehrere ältere Frauen bewarfen den Konvoi am Ortseingang als Zeichen des Willkommens mit Reis. Israel setzte den Rückzug seiner Streitkräfte fort und zog alle Reservisten aus dem Nachbarland ab.

Ein Geländewagen des libanesischen Militärs erreichte auch das Grenzdorf Kila gegenüber der nordisraelischen Stadt Metulla, berichtete der israelische Rundfunk. Allerdings wollten die libanesischen Soldaten dort erst Stellung beziehen, wenn der in dem Konflikt zwischen Israel und der radikal-islamischen Hisbollah-Miliz beschädigte Grenzzaun wieder repariert ist, hieß es.

Die libanesische Armee hatte am Vortag mit der Entsendung von 15 000 Soldaten in den Südlibanon begonnen. Sie sollen zusammen mit ungefähr gleich vielen UN-Soldaten für Ruhe in dem bisher von der Hisbollah-Miliz beherrschten Gebiet sorgen.

In Israel wächst inzwischen die Kritik an der Armeeführung wegen der von vielen Soldaten als mangelhaft empfundenen Vorbereitung und Ausrüstung. Reservisten berichteten in der Tageszeitung "Jediot Achronoth", dass sie bei den Vorstößen in den Südlibanon oft nur unzureichend mit Proviant und Wasser versorgt gewesen seien. Vor allem der Mangel an Flüssigkeit habe ihnen bei den heftigen Kämpfen in brennender Hitze stark zugesetzt: "Wir waren so durstig, dass wir sogar die Trinkflaschen von gefallenen Hisbollah-Kämpfern an uns nahmen", sagte ein Reservist dem Blatt.

Unterdessen ist ein Großteil der vor den israelischen Angriffen auf mutmaßliche Hisbollah-Stellungen geflohenen Libanesen wieder zurückgekehrt. Dies teilte das UN-Flüchtlingskommissariat in Genf mit. Die öffentlichen Notunterkünfte im Raum Beirut und in Syrien seien so gut wie leer. Während der Angriffe waren rund eine Million Libanesen aus ihren Wohnorten geflohen. Schätzungen zufolge seien im Südlibanon bis zu 80 Prozent der Häuser zerstört, sagte eine UN-Sprecherin. Heimkehrer stünden vor einem völligen Neuanfang.

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