Ein Auto ist unter einem eingestürzten Gebäude begraben. Auf der Straße davor läuft ein Mann mit ernstem Gesicht und Corona-Schutz-Maske.
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Nach den Explosionen herrscht Chaos und Zerstörung in Beiruts Straßen.

Schlimme Stunden im Libanon

Beirut-Explosionen: Deutsche Studentin entsetzt - „Heute ist etwas ganz Schreckliches passiert ...“

Nach den verheerenden Explosionen im Hafen von Beirut schildert eine deutsche Studentin, wie sie den schrecklichen Moment erlebt hat. 

  • In Beirut haben sich schwere Explosionen ereignet.
  • Etwa 4000 Menschen wurden verletzt, etwa 100 sind ums Leben gekommen.
  • Eine deutsche Studentin schildert den Moment der Detonation.

Beirut - In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben sich am Dienstag mehrere verheerende Explosionen im Hafenviertel ereignet. Laut Angaben des Roten Kreuzes wurden dabei über 4000 Menschen verletzt, etwa 100 sind ums Leben gekommen. Die Zerstörung in der Stadt ist immens: eingestürzte Gebäude, zersplitterte Glasscheiben und Trümmer prägen das Bild. Eine deutsche Studentin berichtet, wie sie den Moment erlebt hat.

„Heute ist etwas ganz, ganz schreckliches passiert“, beginnt Elisabeth Henkel ihren Bericht zu den Explosionen in Beirut bei Focus Online. Die 24-jährige Studentin aus Chemnitz war im Moment der Detonationen selbst nicht in Beirut, sondern eine halbe Autofahrstunde entfernt im Küstenort Byblos. Zum Zeitpunkt der Explosion sei sie gerade mit Freunden im Mittelmeer baden gewesen, erzählt sie. Das Geräusch der Detonation sei ihr zunächst wie lautes Donnergrollen vorgekommen.

Explosionen in Beirut: Diese Ursache vermuteten die Studenten

„Aber im Sommer regnet es hier nicht und es gibt auch kein Gewitter und meine Freunde haben direkt gesagt: ‚Das war eine Explosion oder es war eine Bombe‘“, erzählt Elisabeth weiter. Mit dieser Erklärung hatte die Gruppe zunächst eine ähnliche Einschätzung wie US-Präsident Donald Trump. Er erklärte bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus, dass es sich seinen Generälen zufolge vermutlich um einen „Angriff“ mit einer Bombe handele.

Die libanesische Regierung ist indessen der Überzeugung, dass große Mengen Ammoniumnitrat, die ohne Vorsichtsmaßnahmen in einem Lagerhaus lagen, die Ursache für die Explosionen sind. Experten aus Deutschland stützen diese Argumentation. Bei Elisabeth Henkel seien etwa 30 Minuten nach der Detonation die ersten Nachrichten mit Videos zum Geschehen auf dem Handy eingelaufen. Darunter auch viele besorgte Nachfragen von Freunden, die wissen wollten, ob es ihr gut gehe.

Nach Explosionen in Beirut: Deutsche Studentin in großer Sorge um Freunde und Bekannte.

Sie habe zunächst gar nicht gewusst, was überhaupt los sei, berichtet Elisabeth. Auch bei Behörden und Medien herrschte vor allem zu Beginn große Unklarheit über den Hergang der Explosionen. „Ich hätte am liebsten geheult“, so Henkel.

In großer Sorge ist die deutsche Studentin um einige Freunde und deren Familienangehörige, von denen sie noch nicht wisse, ob sie unversehrt seien. Traurig ist sie aber auch darüber, was dieser erneute Schicksalsschlag für den krisengebeutelten Libanon nun bedeute. Ihr eigener Aufenthalt im Land war eigentlich für mehrere Monate angesetzt. Jetzt möchte Elisabeth aber so schnell und sicher wie möglich mit einem Flug zurück nach Deutschland kommen.

Im Video: Nach den Explosionen in Beirut - Einwohner der Stadt sind über die Zerstörung entsetzt

Der Münchner Kabarettist Christian Springer ist oft im Libanon, um mit seinem Hilfsprojekt den Menschen vor Ort zu helfen. Die Katastrophe von Beirut trifft ihn im Mark. Ein Fotograf macht gerade einige Hochzeitsfotos von einer Braut unweit der Unglücksstelle entfernt, als sie beide die Druckwelle der Explosion von den Beinen reißt.

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