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Eine neue Studie sagt: Solange es um unsere Meinung geht sind wir nicht bestechlich.

Neue Studie

Menschen machen vieles für Geld - aber eines überraschenderweise nicht

Man könnte annehmen, Menschen würden für Geld fast alles machen. Eine neue Studie in der amerikanischen Journal of Experimental Social Psychology sagt Nein! Zumindest solange es um unsere Meinung geht.

Washington - Menschen agieren „sozial“ - wir führen gerne Gespräche mit anderen, deren Meinungen die gleichen sind wie unsere. Dagegen versuchen wir gleichzeitig, den Gegenmeinungen auszuweichen. Weil nicht immer alle Ansichten und Einstellungen miteinander vereinbar sind, entsteht ein unangenehmer Gefühlszustand. Die kognitive Dissonanz, wie man in der Sozialpsychologie sagt. Die neue Studie im amerikanischen Journal of Experimental Social Psychology hat sich mit genau dieser Dissonanz beschäftigt.

Die Aufgabe: Alle Protagonisten sollten einen Artikel über gleichgeschlechtliche Ehe lesen. Entweder mit Übereinstimmung der eigenen Meinung oder gegenteilig. Die Wissenschaftler erzählten den Kandidaten, sie würden für den Artikel mit der Gegenmeinung einen Betrag von $10 gewinnen, für den Artikel mit derselben Ansicht lediglich $7.

Zur großen Überraschung entschied sich die Mehrheit der Kandidaten - nämlich knapp 63 Prozent - für den Artikel mit ähnlicher Meinung. Selbst wenn sie dafür in Kauf nahmen, weniger Geld dafür zu bekommen.

In einem Interview mit dem Portal Vox.com beschreibt Matt Motyl, einer der Autoren der Studie, das Phänomen als „motivierte Ignoranz“. Das ist gleichzusetzen mit der kognitiven Dissonanz. Teilnehmer, die falsch über eine Seite informiert werden, bleiben bei dem Denken, die Ansicht sei unwiderrufbar. Und versuchen dann, der unangenehmen Gegenmeinung zu entfliehen. 

Autoren der Studie gehen davon aus, dass diese emotionale Konsequenz auch als Nachteil für die demokratische Gesellschaft gesehen werden kann. Denn: Menschen, die sich gegenüber anderen Meinungen verschließen und sich nicht das Für und Wider beider Seiten anhören, wählen demnach unkontrolliert und unsicher. Jeremy Frimer von der University of Winnipeg, der die Studie leitete, kam zum Entschluss: „Die Rede eines gegnerischen Politikers zu hören, ist fast so schlimm wie einen Zahn zu ziehen.“

nm

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