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Das von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung veröffentlichte Foto zeigt einen südamerikanischen Pfeiffrosch (Leptodactylus mystacinus). Foto: Martin Jansen/Senckenberg

Immense Energie

Liebeswerben extrem: 50 000 Rufe pro Nacht

Gartenteichbesitzer dürften froh sein, dass diese Froschart nicht zu den in Deutschland heimischen zählt: Bolivianische Pfeiffrösche quaken und quaken - Zehntausende Male in jeder einzelnen Nacht. Forscher fragen sich, wie die Winzlinge ihr kräftezehrendes Liebeswerben überhaupt überleben.

Frankfurt (dpa) - In ihr Liebeswerben stecken bestimmte Pfeiffrösche immense Energie: Bis zu 50 000 Mal rufen die Männchen der Art Leptodactylus mystacinus jede Nacht, berichten Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts in Frankfurt im Fachjournal "Salamandra".

Damit sei das Liebeswerben wohl das energetisch kostspieligste Verhalten überhaupt im Leben der nur drei bis sechs Zentimeter großen Frösche. "Wie die Frösche diese höchst anstrengende Leistung über so einen langen Zeitraum aufrechterhalten können, ist uns immer noch völlig unklar", erklärt Studienautor Martin Jansen.

Die wegen ihrer auffälligen Gesichtszeichnung im Volksmund "Schnauzbärtiger Frosch" genannten Tiere leben in der bolivianischen Savanne und werben nachts mit anhaltendem Gequake um Partnerinnen. Das Team um Martin Jansen vom Senckenberg Forschungsinstitut wertete für die Studie mehrere Stunden kontinuierlicher Froschrufe aus.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Pfeiffrösche über 700 Sekunden in der Stunde rufen können, dass macht 12 Minuten aufgeteilt auf über 15 000 Rufe", erklärt Jansen. Zu vermuten sei, dass es "Hochleistungsquaker" gebe, die noch mehr Rufe in einer Nacht von sich geben können. Besonders rund geht es beim Schnauzbärtigen Frosch gegen 23 Uhr zu, nach ein Uhr werden die Frösche ruhiger, wie die Forscher berichten. "Ob es an den schwindenden Kräften liegt oder andere Gründe hat, können wir aber noch nicht mit Sicherheit sagen."

Video vom Frosch

Link zur Studie

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