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Ein Bild, das später große Bedeutung erlangte: Monica Lewinsky umarmt Präsident Clinton 1996 bei einer Party im Weißen Haus.

Die Liebschaften des Bill Clinton

Washington - Pikante Details über die Präsidentschaft Bill Clintons: In einer neuen TV-Dokumentation äußern sich seine Weggefährten erstmals über die Liebschaften des Präsidenten - und erzählen, wie die Lewinsky-Affäre das Weiße Haus erschütterte.

Es gibt Sätze, die als große Lügen unserer Zeit in die Geschichte eingingen. Eine der berühmtesten stammt von Bill Clinton. Am 26. Januar 1998 sprach er die Worte: "I did not have sexual relations with that woman, Miss Lewinsky." Zu deutsch: "Ich hatte keine sexuelle Beziehung mit dieser Frau, Fräulein Lewinsky."  Doch die Medien ließen nicht ab von der Affäre, die der mächtigste Mann der Welt mit seiner Praktikantin gehabt haben sollte. Am 17. August gab Clinton schließlich der Beweislast nach - und gestand vor einer Grand Jury seine "unangemessene" Beziehung mit Monica Lewinsky. Sie hätte ihn fast das Amt gekostet.

Neue TV-Doku über Clintons Amtszeit

Eine TV-Dokumentation des US-Fernsehsenders PBS enthüllt nun neue Details über die Liebschaften von Bill Clinton. Demnach war Lewinsky nicht die einzige, bei der der Präsident schwach wurde. Seine damaligen Vertrauten aus dem Weißen Haus berichten in "The Clinton Years", wie sie die Lewinsky-Affäre erlebten - und dass Bill Clinton schon vor der Affäre als Schwerenöter bekannt war. Verschiedene Medien berichten unter Berufung auf Clintos Kampagnenmanager Paul Fray von bis zu 25 Frauen täglich, die kamen, um ihn zu sehen - und zwar lange, bevor er Präsident war. Zudem ist die Rede von einer Liste von Frauen, die eine frühere Kandidatur Bill Clintons verhindert haben soll - das Wahlkampfteam habe Angst gehabt, dass eine der Frauen redet, heißt es in der PBS-Dokumentation. Immerhin war Clinton seit 1975 mit Hillary verheiratet.

Die Lewinsky-Affäre in Bildern

Die Lewinsky-Affäre in Bildern

Als er dann tatsächlich kandidierte, bekam er schon während der Kampagne zur Präsidentschaftswahl Probleme, als Gennifer Flowers  und vier andere Frauen 1992 behaupteten, eine Affäre mit dem Präsidentschaftsanwärter gehabt zu haben. In der PBS-Dokumentation unterhalten sich seine damaligen Wegbegleiter über diese Zeit des Wahlkampfes. "Wir haben versucht, zu überleben", sagte Dee Dee Myers, Clintons damalige Sprecherin.

Nachdem Clinton es schließlich ins Weiße Haus geschafft hatte, sollte ihm doch noch eine Frau zum Verhängnis werden. Monica Lewinsky begann 1995 während Clintons erster Amtszeit als Praktikantin im Weißen Haus. Die Affäre kam erst Jahre später über Umwege ans Licht, nachdem Lewinsky einer Kollegin im Pentagon davon erzählte.  

Die Washington Post enthüllte den Skandal

Es war die Washington Post, die als erste Zeitung die außereheliche Beziehung Clintons thematisierte. In der PBS-Dokumentation erinnert sich sein Berater Dick Morris, wie er an diesem Tag mit Bill Clinton telefonierte. "Er sagte: Das ist furchtbar. Einfach schrecklich. Du weißt, seit ich Präsident bin, habe ich meinen Körper abgeschaltet, sexuell, meine ich. Aber mit diesem Mädchen hab ich's versaut." Clinton wusste bereits, dass seine Lügen ans Licht kommen würden: "Ich habe nicht getan, was sie behaupten, aber ich habe etwas getan. Und ich glaube, ich habe so viel getan, dass ich meine Unschuld nicht beweisen kann." Clinton spielte damit darauf an, dass er mit Lewinsky "nur" Oralsex hatte. "In meinen wildesten Träumen wäre ich nicht darauf gekommen, dass er von zwei verschiedenen Formen von Sex sprach", sagt Morris. "Aber das tat er." Er, Morris, habe dem Präsidenten geraten, alle Fakten auf den Tisch zu legen. "Es gibt viel Vergebung in diesem Land", habe er gesagt.

Clinton brauchte trotzdem noch einige Wochen, bis er die Wahrheit offenbarte - und seine berühmteste Lüge als solche entlarvte.

mm

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