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Der im Prozess um den Tod des kleinen Lion aus Eilenburg angeklagte Benjamin C. (r) sitzt mit seinem Anwalten Stephan Bonell am Montag (14.03.2011) vor Prozessbeginn im Landgericht in Leipzig.

Tod von Lion: Ziehvater bestreitet jede Schuld

Leipzig - Der Ziehvater des kleinen Lion aus Eilenburg in Sachsen hat vor Gericht jede Schuld am Tod des Jungen von sich gewiesen. Er beteuerte seine Unschuld und erzählte von einer fast perfekten "Familienidylle".

Er habe Lion nichts getan, beteuerte der 20-Jährige am Montag im Landgericht Leipzig. Der Mann muss sich zusammen mit Lions 21 Jahre alter Mutter wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener verantworten.

Laut Anklage schlug oder trat er den 19 Monate alten Jungen so wuchtig in den Bauch, dass Lion wenig später starb. “Nein, das stimmt auf keinen Fall“, sagte der 20-Jährige. Er wisse nicht, was mit Lion am 7. August 2010 passiert sei. Auf die Frage, ob seine Ex-Freundin oder jemand anderes Lion etwas getan haben könnte, sagte er: “Ich hab da nichts mitbekommen.“

Der jungen Mutter wirft Oberstaatsanwältin Claudia Laube vor, viel zu lange keine Hilfe für ihren Sohn geholt zu haben, obwohl Lion “anhaltend schrie, weinte, erbrach und sich vor Schmerzen krümmte“. Die 21-Jährige sagte am Montag im Gerichtssaal nichts, will sich aber beim nächsten Prozesstag am 4. April äußern.

Der 20-Jährige beschrieb vor Gericht, dass er mit Lion und dessen Mutter “wie eine kleine Familie“ zusammengelebt habe. Allerdings waren Drogen an der Tagesordnung.

Der 20-Jährige war am 8. August 2010 festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Die Nachricht vom Tod des Kindes habe er von seiner Freundin damals aufs Handy geschickt bekommen: “Lion hat es nicht geschafft. Bitte sei nachher da. Ich lieb Dich. Ich brauch Dich“, habe sie geschrieben. “Das kriegste einfach so per SMS“, sagte er. Inzwischen habe er keinen Kontakt mehr zu ihr.

dpa

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