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Corona-Falschaussage im TV: SWR zieht nach Skandal-Auftritt von Komikerin nun doch Konsequenz

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Von: Richard Strobl

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Kabarettistin Lisa Fitz bei einer ihrer Shows (Archiv)
Kabarettistin Lisa Fitz bei einer ihrer Shows (Archiv) © IMAGO / BOBO

Lisa Fitz sorgte bei einem TV-Auftritt mit ihren Corona-Aussagen für Wirbel. Jetzt zieht der SWR Konsequenzen.

Stuttgart - Mit ihren Aussagen bei der TV-Show „Spätschicht“ sorgte Kabarettistin Lisa Fitz für Wirbel. Unter anderem hatte sie behauptet, dass es EU-weit 5000 Corona-Impftote gebe. Der SWR zieht nun die Konsequenzen.

Weil es sich um eine falsche Tatsachenbehauptung von Fitz handle, werde die Sendung aus der ARD-Mediathek genommen und auch von allen SWR-Plattformen und -Kanälen entfernt, teilte der Sender am Sonntag mit.

Corona-Eklat um TV-Auftritt von Lisa Fitz

Schon in der Anmoderation in der Sendung grenzte sich Moderator Florian Schroeder von den folgenden Inhalten ab, wies auf die „Meinungsfreiheit“ hin und stellte klar, dass er persönlich anderer Meinung sei.

Fitz spricht mit Blick auf die Politik in der Sendung etwa von einem Prozent Panikmacher, „die 99 Prozent Lemminge“ steuerten. Die Impfpflicht sei der „feuchte Traum der Pharma“. „Die Kritik an dieser Ausgabe der ‚Spätschicht‘“ trifft uns zu Recht“, sagte Clemens Bratzler, SWR-Programmdirektor Information.

„Bei der Konzeption der fraglichen Ausgabe war es das Anliegen der Redaktion, unterschiedlichen und kritischen Meinungen auch zum sensiblen Thema Impfen Raum zu geben.“ Die Meinungsäußerungsfreiheit gelte jedoch nicht unbegrenzt, sondern ende auch in einer Comedy- oder Satiresendung bei falschen Tatsachenbehauptungen.

SWR zieht nach Fitz-Aussagen Konsequenzen

„Die Aussage von Lisa Fitz zur Anzahl der Impftoten ist nachweislich falsch.“ In einer vorherigen Stellungnahme hatte der SWR noch betont, dass die Äußerungen von Fitz zwar in ihrer Wirkung schwierig, aber von der Meinungsfreiheit gedeckt seien.

„Meinungsfreiheit ist für uns ein hohes Gut“, betonte Bratzler am Sonntag. „Dennoch war die erste Reaktion falsch, weil es hier eben nicht um eine Meinungsäußerung geht.“ Die Debatte schärfe den Blick auf die journalistischen Standards und die Wirkung der Angebote. Zuvor hatte unter anderem die Berliner Tageszeitung „taz“ über den Auftritt von Lisa Fitz und die erste Stellungnahme des SWR berichtet.

Die Sendung wurde im SWR schon am 10. Dezember ausgestrahlt. Allerdings bekamen die Aussagen erst wegen der angesetzten Wiederholung auf 3Sat größere Aufmerksamkeit. Die taz hatte zuvor auf Fitz‘ Aussagen hingewiesen. Daraufhin hatte 3Sat die Sendung nicht ausgestrahlt und diese auch nicht in seine Mediathek geladen. Schließlich reagierte nun auch der SWR.

Doch wie kam Fitz zu der Zahl von 5000 Impftoten?

Der SWR selbst weist in seiner Stellungnahme vom Sonntag darauf hin, dass es einen Entschließungsantrag im EU-Parlament gebe, in dem diese Zahl genannt wird. Diesen Antrag habe Fitz dem SWR vor der Sendung vorgelegt.

Nach „Spiegel“-Angaben wurde dieser Antrag Ende September von der französischen Rechtsaußen-Politikerin Virginie Joron eingebracht und beruft sich auf Daten aus dem regelmäßigen Sicherheitsreport der europäischen Arzneimittelagentur EMA. In aktuelleren Berichten der EMA ist laut „Spiegel“ mittlerweile sogar schon von 8000 berichteten Todesfällen im Zusammenhang mit den Impfstoffen die Rede. Allerdings folgt in dem Bericht auch fettgedruckt ein Absatz, der klarstellt, dass ein Todesfall nach einer Impfung NICHT bedeutet, dass dieser durch die Impfung hervorgerufen worden ist. (dpa)

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