Katastrophe in Japan: Der Live-Ticker von Montag

Die Tragödie in Japan nimmt kein Ende: Die Bevölkerung muss nicht nur gegen die Verwüstung nach dem Tsunami kämpfen. Das Land steht zudem vor einer atomaren Katastrophe. Verfolgen Sie die aktuellen Ereignisse im Live-Ticker:

22.36 Uhr +++ Die japanische Regierung richtet wegen der drohenden Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi ein gemeinsames Krisenzentrum mit der Betreiberfirma TEPCO ein. Ministerpräsident Naoto Kan erklärte, damit solle sichergestellt werden, die Krise besser bewältigen zu können.

22.32 Uhr +++ Radioaktiv verseuchtes Wasser wird aus den Reaktordruckbehältern im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi direkt ins Meer zurück geleitet. Das bestätigte die japanische Atomaufsichtsbehörde NISA.

22.18 Uhr +++ Die große Mehrheit der Deutschen hält einen AKW-Unfall wie in Japan auch hierzulande für denkbar. In einem ARD-“DeutschlandTrend extra“ sind 70 Prozent der Ansicht, dass eine ähnlich schwere Katastrophe auch in einem deutschen Atomkraftwerk passieren kann.

21.57 Uhr +++ Die Atombranche hält nach dem Aussetzen der Laufzeitverlängerung auch das endgültige Aus für Kernkraftwerke in Deutschland für möglich. “Wir werden jetzt Anlage für Anlage im Sinne der Risikobeherrschung prüfen müssen, welche Konsequenzen zu ziehen sind“, sagte der Präsident des Deutschen Atomforums, Ralf Güldner, der “Süddeutschen Zeitung“.

21.26 Uhr +++ Techniker im Atomkraftwerk Fukushima haben in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) Meerwasser in den Reaktorblock 2 gepumpt. So sollen die heißen Brennstäbe gekühlt und die Gefahr einer Kernschmelze gebannt werden.

20.59 Uhr +++ Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hat die Angst vor einer Nuklearkatastrope in Japan zu zerstreuen versucht: Es drohe kein zweites Tschernobyl und in den teilweise zerstörten Reaktoren laufe nach ihren Informationen keine Kernschmelze ab, berichtete die unter dem Dach der UN gegründete Behörde bei einer Pressekonferenz in Wien.

20.22 Uhr +++ Das Ausmaß der Katastrophe vom Freitag wird allmählich immer deutlicher: Weit mehr als 10.000 Menschen kamen bisherigen Schätzungen zufolge ums Leben, stündlich werden weitere Leichen gefunden.

19.45 Uhr +++ Weit über 100.000 Menschen haben nach Veranstalterangaben am Montagabend in Deutschland für die Stilllegung von Atomkraftwerken demonstriert. Die Anti-Atom-Organisation "ausgestrahlt", die zu den Mahnwachen aufgerufen hatte, sprach von rund 110.000 Teilnehmern in 450 Städten.

19.20 Uhr +++ In den teilweise zerstörten japanischen Reaktoren hat nach Informationen der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA bisher keine Kernschmelze stattgefunden. Dies sagte der IAEA-Experte James Lyons bei einer Pressekonferenz der UN-Behörde am Montag. “Wir haben keinerlei Angaben, dass dort momentan Brennstoff schmilzt“, erläuterte er in Wien.

18.29 Uhr +++ Die Bayerische Staatsregierung gibt das Kernkraftwerk Isar 1 auf. Umweltminister Markus Söder (CSU) verlangt vom Bund, das Kraftwerk abzuschalten.

17.52 Uhr +++ Das seit rund 35 Jahren laufende Atomkraftwerk Neckarwestheim 1 in Baden-Württemberg muss angesichts des Atom-Moratoriums der Regierung vom Netz genommen werden. Dies machte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Montag in Berlin deutlich.

17.35 Uhr +++ Der Kampf um das Atomkraftwerk Fukushima Eins hält die Welt in Atem: Jetzt droht in drei Reaktoren eine Kernschmelze, wie Regierungssprecher Yukio Edano am Montag der Nachrichtenagentur Kyodo sagte. Im Reaktorblock 2 könnte die Kernschmelze bereits begonnen haben, sagte die Betreibergesellschaft Tepco.

17.31 Uhr +++ Die US-Marine hat mehrere Schiffe aus der Nähe der Atomanlagen von Fukushima abgezogen, nachdem bei 17 Besatzungsmitgliedern von Hilfshubschraubern eine geringe Strahlenbelastung gemessen worden war.

17.26 Uhr +++ Die Lufthansa lässt aus Japan ankommende Flüge seit Samstag auf Radioaktivität überprüfen. Die Feuerwehr des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport nehme im Auftrag der Fluggesellschaft Messungen im Inneren der Maschinen und von außen vor, bestätigte ein Lufthansa-Sprecher am Montag einen Bericht von “Spiegel Online“. Bisher seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden.

17.15 Uhr +++ Der südhessische Atommeiler Biblis A geht nach Angaben der hessischen Landesregierung im Juni für zunächst einmal acht Monate vom Netz. Das wurde am Montagnachmittag erklärt.

17.02 Uhr +++ Das Erdbeben und der anschließende Tsunami haben in Japan insgesamt 72 945 Gebäude zerstört oder dauerhaft unbenutzbar gemacht. Diese Zahl nannte das Innenministerium in Tokio am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo.

16.12 Uhr +++ Die Bundesregierung will ihre erst im Herbst beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für drei Monate aussetzen und als Konsequenz ältere Kraftwerke sofort vom Netz nehmen. “Das wäre die Konsequenz, sonst wäre es ja kein Moratorium“, sagte Merkel am Montag in Berlin auf die Frage, was mit jenen Kraftwerken passiere, deren Reststrommengen nach der alten, rot-grünen Regelung eigentlich verbraucht seien.

16.10 Uhr +++ Deutsche Konzerne sehen nach den dramatischen Ereignissen in Japan ihre dortigen Mitarbeiter derzeit außer Gefahr.

16.01 Uhr +++ Nordrhein-Westfalens Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) möchte über den Bundesrat einen Ausstieg aus der Atomenergie einleiten.

15.50 Uhr +++ Inzwischen wird in Union und FDP nicht mehr ausgeschlossen, zumindest einzelne Atom-Meiler in Deutschland abzuschalten.

15.02 Uhr +++ Die japanische Notenbank pumpt Rekordsummen in das Bankensystem. Um den hohen Bedarf an flüssigen Mitteln zu decken, griff die Notenbank in einer Eilentscheidung am Montag mit der Rekordsumme von 15 Billionen Yen ein.

14.23 Uhr +++ Die Grünen haben einen Gesetzentwurf zur Stilllegung der sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland angekündigt. Zudem solle das AKW Krümmel stillgelegt werden, sagte Fraktionschef Jürgen Trittin am Montag in Berlin.

14.01 Uhr +++ Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Eins droht nach Angaben der Behörden eine Kernschmelze in drei Reaktoren. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Montag in Tokio der Nachrichtenagentur Kyodo zufolge.

13.26 Uhr +++ Eine teilweise Kernschmelze hat möglicherweise im Reaktor 2 des japanischen Kernkraftwerkes Fukushima stattgefunden. Dies teilte die Betreiberfirma Tepco laut der Nachrichtenagentur Kyodo am Montagabend (Ortszeit) mit.

13.25 Uhr +++ Deutsche Apotheker warnen vor einer voreiligen Einnahme sogenannter Jod-Tabletten aus Angst vor den Atom-Unfällen in Japan.

13.12 Uhr +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will am Montagnachmittag bekanntgeben, dass die Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke ausgesetzt wird.

13.09 Uhr +++ Nach den Atomunfällen in Japan setzt die Schweizer Regierung die Pläne zur Bewilligung neuer Atomkraftwerke vorerst aus. Das hat Energieministerin Doris Leuthard am Montag erklärt.

Ein Jahr nach dem Beben: Diese Fotos werden wir nie vergessen

13.04 Uhr +++ Techniker im Kernkraftwerk Fukushima Eins haben einen neuen Versuch zur Kühlung des Reaktorblocks 2 unternommen und bereits 30 Zentimeter Meerwasser eingeleitet. Die Brennstäbe in Reaktor 2 lagen zuvor nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken.

12.30 Uhr +++ Die Versicherungsbranche muss sich nach dem Jahrhundert-Beben in Japan wohl auf Schäden in zweistelliger Milliardenhöhe einstellen. Experten meinen: Alleine an Gebäuden dürfte das Beben versicherte Schäden von bis zu 35 Milliarden Dollar angerichtet haben.

12.22 Uhr +++ Die Brennstäbe in Reaktorblock 2 des Atomkraftwerks Fukushima Eins liegen nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo komplett trocken. Zuvor war versucht worden, den absinkenden Stand der Kühlflüssigkeit mit Meerwasser aufzufüllen.

12.03 Uhr +++ Der US-Flugzeugträger USS Ronald Reagan hat laut Medienberichten seinen Hilfseinsatz in Japan abgebrochen. Die “USS Ronald Reagan“ habe sich rund 160 Kilometer vom Unglücksort entfernt befunden, als die leicht erhöhte Strahlenbelastung gemessen worden sei.

11.56 Uhr +++ Der Atomunfall in Fukushima ist laut dem Präsidenten des Bundesamts für Strahlenschutz, Wolfram König, wohl nicht mit der Katastrophe von Tschernobyl vergleichbar. König: "Was in Tschernobyl passiert ist, [werden wir] in Japan nach dem jetzigen Kenntnisstand mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erleben: Dass große Mengen von radioaktiven Stoffen sehr weit in große Höhen geschleudert werden und sich dann über die gesamte Nordhalbkugel verteilen."

11.50 Uhr +++ Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) werden sich um 16 Uhr im Kanzleramt zu den Atomunfällen in Japan äußern.

11.21 Uhr +++ BMW hat nach der Erdbebenkatastrophe in Japan seine deutschen Mitarbeiter nach Hause geholt. Die insgesamt rund 50 Angestellten seien auf dem Heimweg, sagte ein Sprecher des Autobauers am Montag in München.

10.31 Uhr +++ Die Bundesregierung will die Betriebszeit jedes der 17 deutschen Atomkraftwerke unter Sicherheitsaspekten überprüfen und hält auch ein Aussetzen ihrer Laufzeitverlängerung für möglich. Vizekanzler Guido Westerwelle (FDP) schloss am Montag in Berlin ein Moratorium nicht aus.

10.00 Uhr +++ Die offiziell bestätigte Zahl der Toten und Vermissten ist auf 5000 gestiegen. Das teilte die japanische Polizei mit.

9.41 Uhr +++ Der Eislauf-Weltverband ISU hat die vom 21. bis 27. März geplanten Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio abgesagt. Ein Ersatztermin wird derzeit geprüft.

9.39 Uhr +++ Die Einleitung von Meerwasser hat eine Überhitzung des Reaktors 2 im Kernkraftwerk Fukushima Eins verhindert, teilte die Betreiberfirma Tepco am mit. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

9.13 Uhr +++ Das Kühlwasser im Reaktor 2 des Kernkraftwerks Fukushima Eins sinkt weiter. Es werde bald die unter die Höhe der Brennstäbe absinken, sagte der japanische Regierungssprecher Yukio Edano. Das Kühlsystem im Reaktor ist ausgefallen und die Gefahr einer Überhitzung steigt.

8.59 Uhr +++ Die Zahl der Verletzten nach einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima ist nach Regierungsangaben auf elf gestiegen. Bei der Explosion im Reaktor 3 seien am Montag sieben Mitarbeiter der Atomanlage und vier Angehörige der Streitkräfte verletzt worden, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano.

8.56 Uhr +++ Die zweite Explosion im Atomkraftwerk Fukushima Eins hat das Gebäudes des 3. Reaktors zerstört. Das teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA am Montagmorgen mit.

8.33 Uhr +++ In der von einem Erdbeben verwüsteten Küstenregion Japans sind nach Polizeiangaben weitere 1.000 Leichen gefunden worden.

8.28 Uhr +++ Wegen des schweren Erdbebens in Japan und seiner Folgen sollen die Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Tokio nach Informationen der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo verschoben werden. Die WM sollte am kommenden Montag beginnen.

8.13 Uhr +++ Bei einem Wärmekraftwerk in der japanischen Erdbebenregion Fukushima ist am Montag ein Öltank explodiert. Über mögliche Verletzte und Schäden an der Anlage der Betreiberfirma Tohoku war zunächst nichts bekannt, wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete

8.11 Uhr +++ Der dritte Reaktor des japanischen Atomkraftwerks Fukushima verliert nach Mitteilung des Betreibers an Kühlkapazität. Dies könne zu einer Überhitzung und damit zu einer weiteren Explosion führen.

5.32 Uhr +++ Am ersten Handelstag nach dem verheerenden Erdbeben haben die japanischen Aktienmärkte dramatische Verluste erlitten. Der Nikkei-Index für die 225 führenden Werte stürzte am Montag unter die psychologisch wichtige 10 000-Punkte-Marke

4.12 Uhr +++ Nach der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima hat der Gouverneur von Tokio am Montag auch eine Strahlenmessung in der japanischen Hauptstadt angeordnet. Das Kraftwerk befindet sich etwa 240 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt Tokio.

3.44 Uhr +++ Im Reaktorblock drei des Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi hat es am Montag eine Wasserstoffexplosion gegeben. Das bestätigten Vertreter der japanischen Atomenergiebehörde. Am Samstag hatte es eine derartige Explosion im Block eins der Atomanlage gegeben.

2.13 Uhr +++ Ein Nachbeben der Stärke 6,2 hat am Montag um kurz nach 10.00 Uhr Ortszeit die japanische Hauptstadt Tokio erschüttert. Das berichtete der Sender NHK. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima war zunächst nichts bekannt.

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