Für manchen Senior und manche Seniorin eine Herausforderung: die neue Medien wie Smartphones.
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Für manchen Senior und manche Seniorin eine Herausforderung: die neue Medien wie Smartphones.

Einsamkeit in der Covid-19-Pandemie

89-Jähriger vereinsamt wegen Corona: Ihm gelingt etwas, wovon jeder Influencer träumt - „Die haben mir gesagt ...“

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Ein fast 90-jähriger Pensionär will die Einsamkeit wegen der Corona-Pandemie nicht akzeptieren. Mit nur einer Reaktion wird er zum Social-Media-Star.

  • Coronavirus-Pandemie*: Viele Menschen klagen wegen der Kontaktbeschränkungen in der Corona*-Krise über Einsamkeit und fehlende Gesellschaft.
  • Ein Pensionär im Alter von 89 Jahren geht bei der Suche nach mehr Gesellschaft in der Covid-19-Pandemie* einen für ihn komplett neuen Weg.
  • Binnen kurzer Zeit erhält er tausende Reaktionen - was ihm dann schon wieder zu viel wird.

München/Hünenberg - Einsamkeit. Ein arg abstrakter Begriff für ein beklemmendes Gefühl. Dieser Eindruck drängt sich zumindest in der Corona-Pandemie* auf. Dass Einsamkeit ein sehr reales Problem ist, zeigen Interviews, Reportagen und Social-Media-Reaktionen zuhauf.

Coronavirus-Pandemie: Viele Menschen leiden wegen der Corona-Kontaktbeschränkungen an Einsamkeit

Eine vermutlich einzigartige Geschichte hat sich wegen der Covid-19*-Kontaktbeschränkungen jetzt in der tiefsten Schweiz zugetragen. Konkret: Ein 89-jähriger Pensionär wurde über Nacht zum viel beachteten Social-Media-Star.

Hermann Unternährer, ehemaliger Kommunalpolitiker aus Hünenberg nahe Zürich, ließ sich ein eigenes Twitter-Profil anlegen und sicherte sich mit nur einem einzigen Tweet fast 5000 Follower. Davon träumt wohl so mancher Influencer.

„Dies ist mein erster Tweet in 89 Jahren. Da Corona meinen Wirkungskreis einschränkt, befasse ich mich zu Hause mit neuen Kommunikationsmitteln“, schrieb Unternährer in dem Tweet vom 5. Dezember, der sage und schreibe mehr als 1230 Mal geteilt und über 1060 mal kommentiert wurde.

Coronavirus-Pandemie: Ein Pensionär wird bei Social-Media zum Twitter-Star - mit nur einem Tweet

Unternährer, auf der Suche nach Kommunikation in schwierigen Corona*-Zeiten ohne Rentner-Stammtische und ähnlichem, wurde die Riesen-Aufmerksamkeit dann aber doch ein wenig zu viel.

„Wegen des Coronavirus* sind meine Frau und ich jetzt immer zuhause. Ich bin 89, da muss man aufpassen. Also habe ich zu einem meiner Enkel gesagt: Das ist langweilig im Moment. Da hat er vorgeschlagen, ich solle doch twittern. Unser Sohn hat das dann eingerichtet. Ich kannte das ja noch nicht“, erzählte er im Interview mit der F.A.Z.: „Das Fernsehen hat heute auch schon angerufen. Die haben mir gesagt, das sei einmalig in der Schweiz. Ich weiß nicht, warum es diese vielen Reaktionen gab.“

Coronavirus-Pandemie: Twitter-Ausflucht aus Covid-19-Einsamkeit führt zu zahlreichen Reaktionen

Seine Frau sei darüber gar nicht glücklich, meinte Unternährer weiter, „sie wollte noch nie in die Öffentlichkeit“. Er versicherte, seine Gattin werde sich wohl eher keinen Twitter-Account zulegen.

Derweil wartet die Social-Media-Gemeinde auf die nächsten Zeilen des Pensionärs Unternährer - der offensichtlich ein Gespür dafür hat, den Nerv der Leute zu treffen. (pm) *Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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