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Corona-Lage in Österreich eskaliert: Inzidenz über 800 - Schallenberg zieht Lockdown-Notbremse

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Von: Richard Strobl

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Alexander Schallenberg (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, spricht auf einer Pressekonferenz nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten. (Archiv)
Alexander Schallenberg (ÖVP), Bundeskanzler von Österreich, spricht auf einer Pressekonferenz nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten. (Archiv) © Michael Gruber/dpa

Die Corona-Zahlen in Österreich steigen weiter rasant. Die Regierung will nun mit einem Lockdown für Ungeimpfte reagieren. Der Plan findet viel Zustimmung.

Wien - Wie in Deutschland folgt aktuell auch in Österreich ein Corona-Höchstwert auf den anderen. Am Samstag wurden innerhalb eines Tages knapp 13.000 Neuinfektionen verzeichnet - die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 814,5. Österreichs Regierung will nun mit neuen harten Maßnahmen reagieren, die vor allem Ungeimpfte treffen sollen.

Am Sonntag um zehn Uhr treffen sich Bund und Länder in einem virtuellen Corona-Gipfel, um die nächsten Schritte zu beraten. Gegen 12.30 Uhr wird Kanzler Schallenberg dann die Ergebnisse verkünden. Doch schon vor dem Treffen scheint klar, dass es einen Lockdown für Ungeimpfte geben wird - und das wohl bundesweit. Das Parlament soll die Verordnung noch am Sonntagabend absegnen.

Corona-Lage in Österreich eskaliert weiter: Neue harte Regeln geplant

Vor dem Gipfel zeichnet sich in den neun Bundesländern breite Zustimmung zu den Plänen ab. Das zeigt eine Übersicht der Nachrichtenagentur APA von Samstag.

„Wir müssen an einem Strang ziehen, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen“, sagte der Landeshauptmann (Ministerpräsident) der Steiermark, Hermann Schützenhöfer, der APA. Es sei vernünftig, bundeseinheitlich zu handeln, sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. „Die mangelnde Impfbereitschaft einiger darf nicht zu Einschränkungen aller führen.“ Wiens Bürgermeister Michael Ludwig unterstützte die Pläne ebenfalls. Salzburg und Oberösterreich stehen ebenfalls dahinter, Kärnten und Vorarlberg wollen das Treffen noch abwarten.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter sagte als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz, er orte bei den anderen Landeshauptleuten Zustimmung für einen Lockdown für Ungeimpfte. Einzig der Vertreter des Burgenlandes blieb skeptisch. Die Frage sei, wie ein „Lockdown für Ungeimpfte“ in der Praxis funktionieren solle und wie man ihn erklären könne, sagte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil der APA.

Corona-Lockdown für Ungeimpte in Österreich: Auch Impfpflicht im Gesundheitsbereich kommt wohl

Erst Anfang der Woche hatte Österreich angesichts stark steigender Zahlen die 2G-Regel für Lokale, Tourismus, Veranstaltungen und Sport eingeführt. Damit haben nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt. Nun soll ab Montag auch im Handel eine erweiterte 2G-Regelung gelten - sowie Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte.

Auf diese Regelung konnten sich Kanzler Schallenberg und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Freitag bereits mit den beiden Haupt-Krisenregionen Salzburg und Oberösterreich einigen.

Mit der neuen Regelung dürften Österreicherinnen und Österreicher ihre Wohnungen ab Montag ohne 2G-Nachweis nur für notwendige Besorgungen, den Weg zur Arbeit oder zu körperlicher und physischer Erholung verlassen. Ausgenommen sind Kinder unter zwölf Jahren, berichtet Die Presse unter Berufung auf einen Entwurf für die Sitzung morgen.

Daneben könnten auch Clubs und Diskotheken geschlossen und größere Events verboten werden. Außerdem kündigte Mückstein am Freitag eine Impfpflicht im Gesundheitsbereich an.

Die neuen Regeln sollen lediglich einen Mindestrahmen bilden. Die Länder können selbst weitergehende strengere Maßnahmen verhängen. (rjs)

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