Blamage für Unternehmen

Pünktlicher Feierabend: Lokführer lässt vollen Zug stehen

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Madrid - Für 109 Passagiere endete die Zugfahrt von Santander nach Madrid unerwartet in einem 1000-Seelen-Dorf. Der Zugführer hatte nämlich Feierabend und weigerte sich strikt, die Fahrt fortzusetzen.

Für mehr als 100 Fahrgäste wurde die Bahnfahrt von Santander nach Madrid am Dienstagabend zum absoluten Albtraum: Als der Zug des staatlichen spanischen Eisenbahnunternehmens Renfe am Dienstagabend in den Bahnhof des Dörfchens Osorno einfuhr, hatte der Zugführer unglücklicherweise Feierabend. Weil sich niemand fand, der den Schnellzug weiter ans Ziel fahren wollte, endete die Reise der 109 Fahrgäste inmitten der spanischen Peripherie.

Wie die spanische Seite La Verdad berichtet, weigerte sich der Zugführer strikt, seine Arbeitszeit von sechs Stunden zu verlängern und die Fahrgäste nach Madrid zu bringen. Die gestrandeten Fahrgäste wurden mit einer erheblichen Verspätung mit Bussen und Taxis an ihr Ziel gebracht.

Tatsächlich ist es Zugführern in Spanien nicht erlaubt, länger als sechs Stunden zu arbeiten, um Müdigkeit und dadurch verbundene Unfälle zu vermeiden. Carlos Segura, Sprecher der spanischen Semaf-Gewerkschaft für Zugführer, sagte zu dem Vorfall: "Das ist nicht passiert, weil der Zugführer nach Hause wollte." Er habe sich nur an das Gesetz gehalten.

Das Eisenbahnunternehmen Renfe äußerte sich ebenfalls zu dem Fall. "Renfe entschuldigt sich bei allen betroffenen Passagieren und bedauert die Unannehmlichkeiten, die dieser Vorfall verursacht hat". Die gestrandeten Fahrgäste bekamen die Fahrtkosten zurück erstattet. Eine interne Untersuchung prüft nun die genauen Hintergründe zu dem Vorfall.

Erst vor wenigen Tagen ist im Nordwesten Spaniens ein Zug entgleist, vier Menschen kamen dabei ums Leben, 50 wurden verletzt.

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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