„Halloween-Spaß“ nimmt böses Ende

London: 20-jähriger Bombenbastler zu 15 Jahren Haft verurteilt

London - Ein 20-Jähriger Brite, der eine selbst gebastelte Bombe in eine volle U-Bahn geschmuggelt hatte, ist von einem Gericht in London zu 15 Haft verurteilt worden.

Update vom 26. Mai 2017, 15.38 Uhr:

Weil er angeblich aus Spaß einen funktionierenden Sprengsatz in der Londoner U-Bahn deponiert hatte, ist ein Student in Großbritannien zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Wie Richter Richard Mark am Freitag in London entschied, gilt für den 20-jährigen Damon Smith nach Verbüßung seiner Haftstrafe in einem Jugendgefängnis noch eine fünfjährige Bewährung. Die Geschworenen hatten Smith Anfang des Monats wegen Besitzes einer explosiven Substanz für schuldig befunden. Der junge Mann hatte in dem Prozess ausgesagt, er habe nur einen "Ulk" machen wollen. Er bezeichnete seine Tat als „Halloween-Spaß“.

Psychiatrisches Gutachten sollte Studenten entlasten

Sein Anwalt hatte auf eine psychiatrische Untersuchung verwiesen, wonach sein Mandant unter einer Form von Autismus leidet. Das Urteil fiel nun inmitten einer äußerst angespannten Sicherheitslage in Großbritannien. Der Ernst seiner Tat könne nicht überschätzt werden, sagte der Richter. „Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Angst, in der wir alle leben.“ Am Montag hatte ein Selbstmordattentäter bei einem Anschlag auf ein Pop-Konzert in Manchester 22 Menschen getötet und 70 weitere verletzt. Zu der Tat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Smith hatte nach den Beteuerungen seiner Verteidigung aber keinerlei islamistische Motive, auch wenn er sich einen Interneteintrag des Terrornetzwerkes Al-Kaida über den Bau von Bomben angeschaut hatte.

Verurteilter sah IS-Video als Anleitung zum Bombenbau

Den Sprengsatz hatte er zu Hause aus einem Wecker gebaut, den er für zwei Pfund in einem Supermarkt erworben hatte. Im Oktober 2016 war der damals 19-jährige Smith mit einer mit dem Sprengsatz und Kugeln gefüllten Tasche in die Londoner U-Bahn gestiegen. Die Bombe hatte er mit einem Zeitzünder versehen, die wenige Minuten später eine Explosion auslösen sollte. Nachdem Smith ausgestiegen war, hatten Fahrgäste die herrenlose Tasche bemerkt und dem U-Bahn-Fahrer gegeben. Dieser schöpfte zunächst keinen Verdacht und nahm die Tasche mit in seine Fahrerkabine. Als der Fahrer aber Kabel aus der Tasche ragen sah, schlug er Alarm.

Hinweise auf Verbindung zum IS

Bei einer Hausdurchsuchung bei Smith entdeckten die Ermittler, dass der Student besessen von Bomben und Waffen ist. Auf seinem Laptop fanden sie ein Foto, auf dem Smith mit Waffen posiert und das den Titel "2016 - Kämpfer des Islamischen Staat" trägt.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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