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Lottofee Franziska Reichenbacher bei der Ziehung der Lottozahlen.

Aus für Lotto-Ziehung im Fernsehen?

Münster - Ein hohes Gericht wirft den staatlichen Lotterien vor, mit der Ziehung vor Kameras Glücksspiel anzuheizen. Droht der Live-Übertragung im Fernsehen jetzt das Aus? Das Gericht hat mittlerweile relativiert.

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster hat einen Bericht der “Bild“-Zeitung relativiert, der suggeriert, dass das Gericht in einem Urteil Ende September die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen für unzulässig erklärt hat. Bei dem Urteil damals ging es um Sportwetten. Das Gericht hatte das Staatsmonopol in diesem Bereich für europarechtswidrig erklärt.

Der Richter habe das unter anderem damit begründet, dass ein Glücksspiel-Monopol nur dann gerechtfertigt sei, wenn dadurch die Gefahr von Spielsucht eingedämmt werde, erklärte am Freitag ein Gerichtssprecher auf dapd-Anfrage. In diesem Zusammenhang habe der Richter zwar auch Bedenken hinsichtlich der Bewerbung von Glücks- und Lotteriespielen und der Ziehung der Lottozahlen in der ARD geäußert. Das Gericht habe letztere aber keinesfalls für unzulässig erklärt.

Der Hessische Rundfunk (HR), der die Sendung produziert, erklärte: “Das Urteil hat für die Ziehung der Lottozahlen im Fernsehen keine Relevanz.“ Der HR werde auch in Zukunft die Ziehung für alle Lottospieler verlässlich und transparent im Ersten zeigen, “das ist und bleibt eine wichtige Informationssendung“.

Der Präsident der federführenden Staatlichen Lotterieverwaltung Bayern im Deutschen Lotto- und Totoblock, Erwin Horak, sagte, das Verfahren, die Lottozahlen im Fernsehen zu ziehen, “wurde ausdrücklich gewählt, damit die Lottospieler nachvollziehen können, wie die Ziehungsergebnisse zustande kommen“. Seit 1965 fänden die Ziehungen wegen der Transparenz und Nachvollziehbarkeit öffentlich im TV statt.

dapd

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