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Rettungskräfte versorgen am 24.07.2010 in Duisburg Verletzte. Bei einer Massenpanik während der Loveparade waren 21 Menschen in dem Tunnel ums Leben gekommen.

Ermittlungen abgeschlossen

Loveparade-Unglück: Anklage erhoben

Duisburg - Gut dreieinhalb Jahre nach dem Unglück bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten hat die Staatsanwaltschaft ihrer Ermittlungen abgeschlossen und Anklage erhoben.

Die Tragödie bei der Duisburger Loveparade mit 21 Toten beschäftigt nun die Strafrichter: Nach Abschluss ihrer jahrelangen Ermittlungen erhob die Staatsanwaltschaft Duisburg Anklage gegen die mutmaßlich Verantwortlichen für das Unglück vom 24. Juli 2010, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Einzelheiten zu den Beschuldigten und zu den Tatvorwürfen wollen die Ankläger jedoch erst am Mittwoch mitteilen.

Die Entscheidung über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens liegt nun beim Duisburger Landgericht. Zur voraussichtlichen Dauer der gerichtlichen Prüfung machte ein Gerichtssprecher am Dienstag auf Anfrage keine Angaben. Wie die "Rheinische Post" (Mittwochsausgabe) berichtete, rechnen Experten mit einer Eröffnung des Verfahrens nicht vor dem Jahr 2015.

Bei der Loveparade in der Ruhrgebietsstadt war am 24. Juli 2010 am überfüllten Zugangstunnel zum Veranstaltungsgelände eine Massenpanik ausgebrochen. 21 Besucher des Techno-Festivals kamen in der Menschenmenge um, mehr als 500 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen des Unglücks zunächst gegen 17 Verdächtige ermittelt. Medienberichten zufolge müssen nun zehn oder elf Beschuldigte mit einer Anklage rechnen. Bei ihnen soll es sich überwiegend um städtische Bedienstete und um Mitarbeiter des damaligen Loveparade-Veranstalters Lopavent handeln.

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Bilder: Massenpanik auf der Loveparade

Nicht angeklagt werden demnach ein Duisburger Dezernent, der Polizei-Einsatzleiter bei der Loveparade sowie der Crowd-Manager des Veranstalters, der die Eingangsschleusen zum Veranstaltungsareal kontrolliert habe. Gegen Duisburgs später abgewählten CDU-Oberbürgermeister Adolf Sauerland und den Loveparade-Organisator Rainer Schaller war nicht ermittelt worden.

Anwälte der Loveparade-Opfer werteten die Anklageerhebung als Erleichterung für die Verletzten und Hinterbliebenen, weil die Hängepartie nach dreieinhalb Jahren nun endlich beendet werde. "Die Opfer erwarten nun, dass das Hauptverfahren zügig eröffnet wird", hieß es in einer Mitteilung der Düsseldorfer Kanzlei Baum, Reiter & Collegen.

Unabhängig von der strafrechtlichen Verantwortung einzelner seien für die Opfer "die Aufarbeitung des Sachverhalts und die Feststellung der Verantwortlichkeiten der Institutionen, also Veranstalter, Stadt und Polizei von zentraler Bedeutung", betonten die Anwälte. "Wir haben aber Zweifel, dass das Strafverfahren dieses leisten kann, da strafrechtlich nur Einzelpersonen belangt werden."

Ein sogenanntes Organisationsverschulden, beispielsweise bei der Polizei, bleibe aber "im Strafverfahren nach der jetzigen Anklageerhebung ausgeklammert". Dies sei den Betroffenen "schwer zu vermitteln".

Unklar ist derzeit noch, wo der mögliche Strafprozess um das Loveparade-Unglück stattfinden wird. Wegen der Vielzahl der Prozessbeteiligten wird für die Verhandlung ein großer Raum benötigt. Deshalb prüft das Duisburger Landgericht seit geraumer Zeit mehrere Räumlichkeiten im Großraum Duisburg auf ihre Eignung. Unter anderem steht das Gericht deshalb in Kontakt mit der Düsseldorfer Messe.

afp

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