Berliner Flughafen BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen

Berliner Flughafen BER soll im Oktober 2020 in Betrieb gehen
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Ein Flugzeug kurz nach dem Landung auf dem Flughafen Koltsovo in der russischen Stadt Jekaterinburg

Luftverkehr: Laserangriffe jetzt auch in Russland

Moskau - “Blitzkrieg“ nennen Piloten in Russland die heimtückischen Laser-Attacken, denen sie seit Wochen hilflos ausgeliefert sind. Experten befürchten eine baldige Katastrophe.

Wenn die Piloten ihre Maschine mit Hunderten Passagieren nachts hochkonzentriert zur Landung ansetzen, zuckt plötzlich ein greller Laserblitz durchs Cockpit und macht die Crew minutenlang blind. Was für den unbekannten Angreifer vielleicht ein Dummer-Jungen-Streich ist, wird für Piloten zum Alptraum. Schon jetzt zittern Passagiere im postsowjetischen Luftraum oft vor veralteter Technik und Flugpersonal unter Alkoholeinfluss. Immer wieder kommt es auch deswegen zu Abstürzen und Notlandungen. Laser-Attacken seien ein Phänomen, das es bisher in Russland nicht gegeben habe, sagt Waleri Schelkownikow vom Amt für Flugsicherheit. Seit Anfang des Jahres habe seine Behörde nun aber schon rund 40 Angriffe registriert. “Bei dieser dramatischen Zunahme kommt es irgendwann zur Katastrophe“, fürchtet er. Die Angriffe zu verhindern sei fast unmöglich, meint Polizeisprecher Alexej Poljanski. “Einen Piloten mit einem Laser zu blenden ist wie einen Stein von einer Autobahnbrücke zu werfen. Wie wollen Sie da vorbeugen?“

Piloten wollen Laser verbieten lassen

Nach zahlreichen Attacken verbot die Teilrepublik Tschetschenien jetzt den Verkauf von Laserstiften. Experten halten dies nicht für ausreichend. “Laserstifte besitzen eine Leistung von einem Milliwatt, die meisten Angreifer benutzen jedoch Anlagen von weit über zehn Milliwatt, wie man sie aus einer Disco kennt, mit einer Reichweite von 5000 Metern“, sagt Poljanski. Diese Fabrikate seien im Internet für 100 US-Dollar (knapp 70 Euro) frei erhältlich. “Meist handelt es sich um Schwarzimporte aus Asien, deren gebündelter Strahl Blutungen im Auge verursacht und sich irreparabel in die Netzhaut brennt“, sagt Schelkownikow.

Weltweit von Amerika bis Zypern hat das Rowdytum laut Behörden zugenommen. Allein in Deutschland stieg die Zahl nach Angaben der Flugsicherung von 117 (2009) auf 388 (2010), hier gibt es mittlerweile die ersten Urteile zu zehn Monaten Haft auf Bewährung sowie zu Geldstrafen von 1000 Euro oder gemeinnütziger Arbeit. “In der Medizin würde man von einer “Epidemie“ sprechen, die sicher noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat“, fürchtet der Polizeichef der Stadt Rostow am Don, Alexej Lapin. In Internetforen appellieren Piloten des Riesenreichs an die Behörden, endlich härter gegen die “Täter im Dunkeln“ durchzugreifen. Viele fordern ein generelles Verbot für den Besitz starker Laser. “Sie sollten unter das Waffengesetz fallen“, schreiben einige User. “Wir sagen ja auch nicht: Kauf dir eine Pistole, aber benutze sie nicht.“

Gefängnisstrafen für Laser-Hooligans

Mit drakonischen Strafen und technischer Aufrüstung wollen die russischen Behörden nun die “Laser-Hooligans“ stoppen. Unbemannte Drohnen der Armee werden künftig über den größten Flughäfen des Landes kreisen, um mögliche Angreifer auszumachen. Zudem soll für die Cockpitscheibe eine Spezialfolie gegen Blendangriffe entwickelt werden. Die Partei Geeintes Russland von Regierungschef Wladimir Putin kündigte eine Gesetzesänderung an: Sie will die Höchststrafe für Laserattacken von drei auf zehn Jahre Gefängnis schrauben.

dpa

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