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Lyriden-Meteorschauer 2022: Wann sind die Sternschnuppen zu sehen? Datum, Maximum, Sichtbarkeit

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Lyriden-Meteorschauer am Nachthimmel
Lyriden-Meteorschauer am Nachthimmel © Daniel Reinhardt / dpa

Bei den Lyriden handelt es sich um einen im jährlichen Turnus wiederkehrenden Meteorschauer. Er sorgt im April für einen spektakulären Anblick des Frühlingshimmels.

Offenbach am Main – Wenn der Deutsche Wetterdienst Mitte April einen klaren Nachthimmel ankündigt, stehen die Chancen gut, den Meteorschauer in Mitteleuropa und so auch in Deutschland beobachten zu können.

Lyriden: Hintergründe und Fakten

Sternschnuppen sind über das Jahr verteilt immer wieder vereinzelt zu beobachten. An einigen Tagen beziehungsweise Perioden im Jahr treten sie gehäuft auf. Das Phänomen wird als Meteorschauer, Meteorstrom oder Sternschnuppenschwarm bezeichnet. Dabei handelt es sich üblicherweise um Staubpartikel aufgelöster Kometen.

Meteorschauer entstehen, wenn sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne einer Kometenbahn nähert. Kometen verlieren in Sonnennähe einen Teil ihrer Masse. So verteilen sich Gase, Staub und andere Partikel über Jahrtausende über die Kometenbahn. Schauer wie die Lyriden kehren daher meist jährlich an die Stelle zurück, an der die Erde den Bereich dieser Materiewolke kreuzt.

Der „Mutter-Komet“ und damit Ursprung der Lyriden ist C/1861 G1 (Thatcher). Er benötigt für einen Sonnenumlauf 415 Jahre. Im April des Jahres 1861 ließ er sich von der Erde aus mit bloßem Auge beobachten.

Die Bahnen der Himmelskörper scheinen aus einem Fluchtpunkt am Himmel, dem sogenannten Radianten, zu kommen. Im Falle der Lyriden befindet sich der Radiant im Sternbild Leier; aus diesem Umstand leitet sich auch der Name des Meteorschauers ab.

Lyriden: Geschichtliche Basics

Die Lyriden wurden bereits vor Tausenden von Jahren beobachtet. Erste Aufzeichnungen stammen aus dem Zuozhuan, einem Frühwerk zur chinesischen Geschichte aus dem Jahr 687 v. Chr. Demnach fielen „Sterne wie Regen vom Himmel“.

Im Laufe der Geschichte veränderte sich die Stärke des Schauers regelmäßig. Die ZHR (Zenithal Hourly Rate, die Anzahl der Meteore, die sich innerhalb einer Stunde von einer Person unter bestimmten Bedingungen beobachten lassen) lag zum Beispiel im Jahr 1922 bei 100. Die letzte deutliche Aktivitätserhöhung fand im Jahr 1982 statt. Damals wurden 90 Sternschnuppen pro Stunde gezählt. Zeitweise stieg die Anzahl auf bis zu 300 an. Aktuell liegt die ZHR der Lyriden bei 18.

Lyriden: Informationen zur Sichtbarkeit

Die Sternschnuppen der Lyriden gelten als besonders schnell. Sie dringen mit rund 50 Kilometern pro Sekunde beziehungsweise 180.000 Kilometern pro Stunde in die Erdatmosphäre ein und verglühen.

Die auch als April-Lyriden bezeichneten Meteorströme gehören zu den stärkeren ihrer Art und weisen im Allgemeinen eine gute Sichtbarkeit auf. Sie lassen sich vom 14. bis 30. April beobachten. Ihr Maximum erreichen sie am 22. April. Im Jahr 2022 wird mit einer optimalen Sichtbarkeit in der Nacht vom 22. auf den 23. April gerechnet. An diesem Datum können bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde gesichtet werden.

Darüber hinaus gibt es weitere Sternschnuppen-Schauer, die ihren Ursprung im Sternbild der Leier haben:

Beide Schauer sind jedoch nur schwach sichtbar.

Die beste Zeit für die Beobachtung von Meteorschauern und so auch von den April-Lyriden ist die Zeit kurz vor der Morgendämmerung. Einzelne Sternschnuppen können bereits ab Mitternacht beobachtet werden.

Lyriden: Wo kann man die Sternschnuppen sehen?

In Deutschland ist die Sichtbarkeit der Lyriden bei optimalen Wetterbedingungen möglich. Sie lassen sich auf der gesamten Nordhalbkugel der Erde sowie bis in die mittleren Breiten der Südhalbkugel beobachten – und so auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Neben den Lyriden sind die Chancen auf einen Meteorschauer unter anderem an folgenden Daten hoch:

Für die Beobachtung sollte man grundsätzlich einen möglichst lichtarmen Ort aufsuchen und die Augen etwa 20 Minuten an die Dunkelheit gewöhnen.

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