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Lyriden am Himmel über Myanmar.

Astro-Phänomen

Lyriden: So sehen Sie heute die Sternschnuppen im April 2019

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Die Lyriden erscheinen jedes Jahr im April am Himmel über Deutschland. So sehen Sie die Sternschnuppen im April 2019 heute Nacht.

Sternschnuppen im April 2019: Was sind die Lyriden?

Wer in der Schule Latein gelernt hat, ist klar im Vorteil. „Lyra“ heißt auf Deutsch nämlich Leier. Gemeint ist jenes Zupfinstrument, das Troubadix, der Barde aus den Asterix-Comics, immer quält - und dafür regelmäßig gefesselt und geknebelt wird. Was das mit den Lyriden zu tun hat? Ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Leier. Der Ausstrahlungspunkt - Astronomen nennen ihn auch Radiant - ist jener Punkt am Himmel, aus dessen Richtung die Sternschnuppen zu kommen scheinen. 

Die Lyriden sind sehr schnelle Sternschnuppen, die mit Geschwindigkeiten um die 50 Kilometer pro Sekunde (umgerechnet: 180.000 km/h) in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen. Zum Vergleich: Mit dem Tempo der Lyriden würde die Strecke zum Mond, von der Erde aus, zwei Stunden dauern. Das kriegt nur Superman schneller hin! (Werte Astro-Fans, sparen Sie sich die E-Mails, wir wissen, dass er nur eine Comic-Figur ist, die Vorstellung ist trotzdem cool!)

Wann kann man die Lyriden im April 2019 am besten sehen? 

  • Im Zeitraum vom 16. bis 25. April sind die Sternschnuppen der Lyriden am Himmel über Deutschland zu sehen
  • Das Maximum erreichen die Lyriden in der Nacht auf den 23. April 2019 (Dienstag).

Astronomen gehen davon aus, dass in dieser  Nacht bis zu 18 Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufblitzen. Was ungefähr doppelt so viel ist wie in einer normalen Nacht, in der mit bloßem Auge im Schnitt fünf bis zehn Meteore am Himmel zu sehen sind. Meteor ist übrigens der wissenschaftliche Name für eine Sternschnuppe.

Im Vergleich zu anderen Sternschnuppen-Regen sind die 18 Sternschnuppen pro Stunde auch recht wenig. Zum Vergleich: Beim Perseiden-Regen im vergangenen August waren bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen. 

Sternschnuppen im April 2019: Video zeigt, wie die Lyriden 2018 aussahen

Lyriden: Wie, wo und wann man die Sternschnuppen im April 2019 am besten sehen?

Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden nach Mitternacht, wenn Wega in der Leier im Nordosten steht. Jedoch könnte sich das Erblicken von Sternschnuppen in diesem April als schwierig erweisen. Da am 19. April erst Vollmond ist, wird der Mond in der Nacht des Lyriden-Höhepunkts noch sehr hell leuchten. Außerdem steht er nicht weit vom Sternenbild der Leier entfernt. 

Den besten Blick auf die Lyriden, trotz hellen Mondes, hat man abseits der Ballungsräume. In Städten und größeren Ortschaften wird der Nachthimmel durch viele künstliche Lichtquellen aufgehellt. Das erschwert das Erkennen der Lyriden noch mehr. 

Astronomen empfehlen, dass Lyriden-Gucker sich möglichst einen hübschen Ort weit weg von der Großstadt suchen sollten. Am besten eignet sich ein Ort mit möglichst wenig Licht. Auf einem Berg sind wohl die besten Sichtbedingungen gegeben.

Wo genau sehe ich die Lyriden am Himmel?

Der Ausstrahlungspunkt der Lyriden ist im Sternbild Leier. Zu diesem Sternbild gehört auch einer der hellsten Sterne, die Sie am Nachthimmel erkennen können: Wega.

Wenn Sie sich nicht gut mit Astronomie auskennen, hilft Ihnen diese Information auch nicht weiter. Deswegen empfehlen wir einen Blick auf die Seite astrokramkiste.de, die sehr gut erklärt, wie Sie das Sternbild Leier und den Stern Wega am Himmel finden können. 

Lyriden im April 2019: Wie ist die Wetterprognose zum Sternschnuppen-Gucken?

Da des bis zum 23. April noch etwas hin ist, ist eine genaue Wetter-Vorhersage aktuell noch nicht möglich. Bisher soll das Wetter jedoch ganz gut ausfallen. Der Wetterbericht meldet aktuell am 23. April sonnig mit leichten Wolken. Auch die Temperaturen versprechen nicht zu kalt zu werden. Die Chance für eine nicht zu kalte Nacht mit der Sicht auf Sternschnuppen steht daher nicht schlecht.

Doch das Wetter für die Nacht der Lyriden kann sich auch noch stark ändern. 

Wie sind die Lyriden eigentlich entstanden?

Als Quelle der Lyriden wurde der Komet Thatcher (C/1861 G1) ausgemacht. Er umrundet die Sonne auf einer langgestreckten Ellipsenbahn in 415 Jahren. Entdeckt wurde der Komet am 4. April 1861 von Albert E. Thatcher, von Manhattan (New York) aus. Thatcher war Amateurastronom und hatte sich von einem Freund ein Fernrohr ausgeliehen.

In manchen Jahren gab es deutlich höhere Fallraten. So wurden 1982 in Nordamerika 250 Lyriden pro Stunde gezählt. Einen regelrechten Ausbruch gab es 1922, als in Polen bis zu 600 Meteore in einer Stunde registriert wurden. Die Aktivitäten der Lyriden lassen sich weit in die Vergangenheit verfolgen. So berichtete der chinesische Provinzfürst Zhuang im Jahre 687 vor Chr., dass es im Frühjahr „Sterne regnete“.

Der Komet ist inzwischen teilweise zerfallen. Manche Trümmerwolken sind durch die Schwerkraft der großen Planeten in neue Bahnen gezwungen worden.

Weiteres Highlight im astronomischen Jahr

Im Januar finden jedes Jahr die Quadrantiden statt. Im Februar folgen dann die Delta-Leoniden, im Oktober die Orioniden und Draconiden, im November noch einmal Leoniden und im Dezember die Geminiden und die Ursiden. Doch die bekanntesten Sternschnuppen, die jedes Jahr zu sehen sind, sind  die Perseiden. Sie erreichen ihr Maximum immer im August.

Lesen Sie auch auf Merkur.de*: Auf der Sonne haben sich Löcher gebildet - mit Folgen für die Erde

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

fro/dpa

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