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Maddie McCann: War doch alles ganz anders? Ex-Chefermittler rückt erneut die Eltern in den Fokus

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Von: Michelle Brey

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Das Foto vom 12.05.2007 zeigt die kleine Madeleine McCann (Maddie), die in Praia da Luz in Lagos, Portugal, spurlos verschwand.
Die vermisste Maddie McCann. © Luis Forra/dpa

Vor 14 Jahren ist Maddie McCann verschwunden. Der ehemalige Leiter der Ermittlungen äußert nun Anschuldigungen gegen die Eltern - und gesteht einen Fehler ein.

München - Seit dem 3. Mai 2007 gilt Maddie McCann als vermisst. Damals verschwand das Mädchen aus einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal, während ihre Eltern unweit mit Freunden in einem Restaurant beim Essen waren. Der Vermissten-Fall erlangte weltweite Aufmerksamkeit. Nun meldete sich der ehemalige Chefermittler des Falls, Gonçalo Amaral, gegenüber Bild zu Wort und äußerte zum wiederholten Male unglaubliche Vorwürfe gegen die Eltern Kate und Gerry McCann.

Fall Maddie McCann: Unfassbare Beschuldigungen von ehemaligem Chefermittler

„Ich habe bis heute keine Zweifel, dass eine Entführung nur simuliert wurde“, sagte Amaral gegenüber Bild. „Die Anzeichen dafür: ein Fenster, von dem niemand sicher sagen konnte, ob es offen oder geschlossen war“, fuhr er fort. So sei den Ermittlern 2007 erzählt worden, „dass der angebliche Entführer dort hinein- und hinausgeklettert ist“. Zwar habe es Fingerabdrücke gegeben, doch diese stammten von der Mutter. Das Verhalten der Eltern beschrieb Amaral gegenüber der Zeitung als „seltsam“ und „keine normale Reaktion“. „Es wirkte fast so, als wäre nichts passiert“, sagte er.

Kate und Gerry McCann waren im September 2007 in das Visier der Ermittler geraten, weil in einem Leihwagen von Kate McCann Blutspuren entdeckt worden waren. Goncalo Amaral schoss schließlich im Oktober 2007 gegen die britischen Behörden, die die Eltern als mögliche Täter eines Gewaltverbrechens ausgeschlossen haben. Nach fast einem Jahr kam die Polizei schließlich zu dem Schluss, dass die Blutspuren in dem Leihwagen nicht Maddie zugeordnet werden konnten.

Gegen Amaral reichten Kate und Gerry McCann Jahre später eine Verleumdungsklage ein, weil dieser die Eltern in seinem Buch als Verdächtige bezeichnete. Die Anschuldigungen des Ermittlers gegen die Eltern sind nichts Neues. Den Schadensersatzprozess verloren die Eltern. Auf die erneuten Anschuldigungen von Amaral hin äußerten sie sich laut Bild nicht.

Maddie McCann vermisst: Ex-Chefermittler gibt Fehler bei Ermittlungen zu

Im Gespräch mit Bild gestand Amaral indes auch einen Fehler ein. Schon zuvor war der Polizei nachgewiesen worden, dass bei den Ermittlungen geschlampt worden war. Nun sagte Amaral, die Untersuchungen vor Ort hätten „umfassender sein sollen, wie bei einem Mord“. Stattdessen seien die Ermittler an den Fall herangegangen, „als wäre etwas gestohlen worden. „Das war ein Fehler“, räumte er ein.

Den deutschen Tatverdächtigen, der 2020 in das Visier der Ermittlungen geraten war, brachte Amaral jedoch gegenüber Bild nicht in Verbindung mit dem Fall Maddie. Er habe mit ihrem Verschwinden „nichts zu tun“. Der einstige Leiter der Ermittlungen bleibt fest bei seiner Behauptung: „Die Hauptverantwortlichen sind die, die das Sorgerecht hatten: die Eltern.“ (mbr)

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