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Die McCanns, Maddies Eltern, sind einem TV-Sender zufolge im Internet bedroht und belästigt worden. 

TV-Sender berichtet

Frau bedrohte Maddies Eltern und ist jetzt tot

London - Eine Frau, die Maddies Eltern belästigt haben soll, ist einem TV-Sender zufolge tot in einem Hotel gefunden worden. Zuvor hatte der Sender über die Frau berichtet.

Im Zusammenhang mit dem Fall der verschwundenen Maddie McCann aus Großbritannien hat der britische Fernsehsender BBC am Montag über einen tragischen Vorfall berichtet: Eine Frau, die Maddies Eltern über den Kurzbotschaftendienst Twitter belästigt haben soll, wurde dem Sender zufolge am Samstag tot in einem Hotel der englischen Stadt Leicester aufgefunden.

Die Polizei in London untersucht ein 80 Seiten langes Dossier mit Tweets, Facebook-Nachrichten und Forum-Einträgen, in denen den McCanns unter anderem Folter oder der Tod gewünscht wird. Eine Gruppe von Sympathisanten hatte die Einträge gesammelt und im September an Scotland Yard übergeben. „Wir sind besorgt, dass jemand diese Drohungen wahr machen könnte“, sagte der Sprecher der Gruppe dem Fernsehsender Sky News. Einige Beschimpfungen seien auch an die Schwester Madeleines, die jetzt neun Jahre alt ist, gerichtet.

Polizei bestätigte Identität der Leiche noch nicht

Die 63-Jährige war erst am Mittwoch von dem TV-Sender Sky News als Internet-Peinigerin der McCann-Familie präsentiert worden. Als ein Reporter des Senders die Frau auf ihre Twitter-Kommentare über Gerry und Kate McCann ansprach, räumte sie die Vorwürfe ein. "Ich habe das Recht dazu", sagte die Frau dem Reporter. Der sagte ihr, die Polizei sei über ihr Verhalten informiert worden.

Nun fanden Polizisten offenbar die Leiche der Frau, wollten ihre Identität aber nicht bestätigen. "Der Tod wird nicht als verdächtig eingestuft", sagte ein Polizeisprecher.

McCanns: Wir wurden bedroht und belästigt

Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung der Familie in Portugal verschwunden. Die Polizei vermutet eine Entführung, schließt aber auch andere Möglichkeiten nicht aus. Maddies Eltern hatten auf der Suche nach ihrer Tochter mit einer weltweiten Medienkampagne für Furore gesorgt. Wie Gerry McCann am Freitag der BBC sagte, wurden er, seine Frau und ihre beiden neunjährigen Zwillinge seitdem wiederholt bedroht und belästigt.

AFP/dpa

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