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Maus auf Brot oder Heuschrecke im Eis? Lebensmittlekontrolleure decken auf.

Das finden Lebensmittelkontrolleure

Mäuse-Scheiben auf Brot an Heuschrecken-Sorbet

Wellington/Berlin - Neuseeländische Lebensmittelkontrolleure haben über ihre Ekel-Funde ein Buch geschrieben. Auch die deutschen Behörden können da gut mitreden:

Scheibchenweise tote Maus im Schnittbrot und Schrot aus der Jägerflinte im Steak - das gehört zu den ekeligsten Entdeckungen, die Neuseeländer in ihrem Essen gemacht haben. Die Behörde für Gesundheitsschutz hat diese und andere Fälle jetzt in einem Buch zusammengetragen: „Ein Job, der sich lohnt - Geschichten aus dem Gesundheitsschutz in Neuseeland.“ Die Anekdoten stammen aus den Annalen der Behörde, die sich seit 50 Jahren um das Wohl der Neuseeländer kümmert, sagte Autor Malcolm Walker am Dienstag.

Die tote Maus im Brot war einer der spektakulärsten Fälle. Eine Bäckerei in Whanganui hatte den Kammerjäger vor Ort, wie es in dem Buch heißt. Eine vergiftete Maus verendete in einer Backform, doch der Bäcker übersah das Tier. Er füllte den Brotteig in die Form, die Maus wurde mitgebacken und in der Schneidemaschine mitsamt Brot in Scheiben geschnitten.

Eis mit Heuschrecken-Geschmack

Eine Art Heuschrecke entdeckte einer Frau unten in ihrer Eistüte, nachdem sie das Eis schon aufgegessen hatte. Lebende Maden in einer Quiche wurden ebenso gemeldet wie Schrot im Steak. In den meisten Fällen wurden die Hersteller verklagt.

„Wir haben Leute, die mit allen möglichen Fällen zu uns kommen“, sagte Walker. Zum Beispiel hätten sich auch zwei Brüder gemeldet, die überzeugt waren, dass ihre Stiefmutter die Nahrungsmittel vergiftete, die sie im Supermarkt kauften. In diesem Fall brachten die Ermittlungen aber kein Komplott ans Licht.

Enten auf dem Fußboden - Schaben im Käse

Genug Material für ein solches Buch hätten deutsche Lebensmittelkontrolleure wohl ebenfalls. So steckte in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr ebenfalls eine Maus im Brot, außerdem fanden sich beispielsweise eine eingebackene Schabe in einer Käselaugenstange und Vogelkot in Biodinkel.

Ein China-Restaurant im Südwesten legte 78 tiefgefrorene Enten zum Auftauen kurzerhand auf den Küchenfußboden. Das Fruchtgummi aus einer Süßwarenfabrik stank zudem nach Chemie - der Hersteller hatte sich Gussformen aus Industriesilikon gebastelt, das nicht für Lebensmittel geeignet ist.

Internetpranger gegen Hygieneverstöße

Thüringer Gesundheitsexperten fanden im vergangenen Jahr Glassplitter im Weihnachtsstollen und Dornen in einer Gewürzmischung. Einer Französin verging vor zwei Jahren beim herzhaften Biss auf eine Bulette der Appetit - in dem Fleischklops steckte ein künstlicher Zahn.

Einen Einblick in den Schmuddel-Alltag in manchen Imbissküchen bietet das Bezirksamt Berlin-Pankow auf seiner Internetseite. Die Fotos der Kontrolleure zeigen Schleim, Dreck, Schimmel und altes Frittenfett.

Auch in anderen Städten und Bundesländern versuchten Gesundheitsbehörden, mit der Veröffentlichung von Prüfergebnissen oder einer Art Internetpranger gegen Hygieneverstöße vorzugehen. Diese Praxis ist allerdings umstritten. In Niedersachsen beispielsweise wurde ein solches Portal inzwischen auf Eis gelegt, da Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit bestehen.

dpa

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