Erpressung oder gute Tat?

Mafiaboss lieferte Zement für Kirche

Rom - Wer sich mit der Mafia anlegt, kann mit den Schuhen in Zement auf dem Grund eines Sees enden. Ein besonders frommer Gangster hat aber eine sinnvolle Verwendung für den Baustoff gefunden. 

Für den Bau einer Kirche im süditalienischen Paravati hat ein Mafiaboss persönlich den Zement geliefert. Das berichtet die Tageszeitung „La Repubblica“ (Freitag) unter Berufung auf eine Vernehmung des zuständigen Priesters durch die Finanzpolizei.

Demnach suchte das Oberhaupt des mächtigen Limbadi-Clans der kalabrischen Verbrecherorganisation 'Ndrangheta, Pantaleone Mancuso, den Geistlichen selbst auf, um die Lieferung von Zement für die Kirche zu vereinbaren, die derzeit von der Stiftung der italienischen Mystikerin Natuzza Evolo (1924-2009) errichtet wird.

Die Vernehmung fand laut dem Bericht bereits vor Jahren statt; ihr Inhalt wurde aber erst jetzt bekannt. Der Geistliche, der die Stiftung leitet, habe das Angebot des Verbrechers nach eigener Aussage angenommen, um einen „Umweltschutz“ auf den Baustellen sicherzustellen, so „La Repubblica“.

kna

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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