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An Bahnsteigen kommt es immer wieder durch Unfälle mit durchfahrenden Zügen.

Magazin: 18 Tote durch Sogwirkung auf Bahnsteig

Bonn/Berlin - Der Sog schnell durchfahrender Züge hat nach einem Bericht des ARD-Magazins “Kontraste“ in den vergangenen fünf Jahren 18 Menschen an Bahnhöfen das Leben gekostet.

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) in Bonn bestätigte am Donnerstag, dass von 2006 bis 2010 bei 54 Unfällen auf Bahnsteigen 18 Menschen gestorben seien. Ob und wieviele dieser Unfälle aber tatsächlich auf eine Sogwirkung zurückzuführen seien, sei nicht klar, betonte eine Sprecherin. In einigen Fällen seien die Untersuchungen zur Unfallursache noch nicht abgeschlossen.

Der Dresdner Aerodynamikforscher Jochen Brechling kritisierte laut “Kontraste“ das hohe Tempo der durchfahrenden ICE und Güterzüge sowie einen zu geringen Sicherheitsabstand zu den wartenden Fahrgästen. Er sprach sich für eine Verdoppelung des Abstands auf anderthalb Meter aus. Die besonders gefährlichen Güterzüge sollten nur noch mit Tempo 80 durch Bahnhöfe fahren dürfen statt wie bisher mit 120 Stundenkilometern.

Ein Bahnsprecher sagte der dpa in Berlin, wer sich hinter der Markierung auf dem Bahnsteig - einer weißen Sicherheitslinie - aufhalte, für den bestehe auch schon heute keine Gefahr. Seit 1998 gebe es zudem auf Bahnsteigen mit einer zulässigen Durchfahrtgeschwindigkeit von mehr als 80 km/h dreieckige gelb-rote Warnschilder.

Die Bahn verbessere die Sicherheit am Gleis weiter, sagte der Sprecher. So würden an 500 Bahnsteigen in Deutschland bis Ende dieses Jahres Anlagen installiert, die die Reisenden per Lautsprecher und auf Anzeigetafeln regelmäßig zur Vorsicht mahnen.

dpa

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