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Die Maikäfer kommen: Erst wären die Insekten fast ausgestorben – jetzt werden sie zur Plage

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Von: Laura May

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In den 1970er-Jahren wären die brummenden Insekten fast ausgestorben – diesen Sommern tauchen sie vor allem in Südhessen und Nordbaden wieder zu Tausenden auf.

München – Maikäfer unterliegen einem strengen einem Lebenszyklus. Die frisch geschlüpften Engerlinge brauchen etwa vier Jahre, bis sie zu einem geschlechtsreifen Tier heranwachsen. Die Männchen sterben nach der Begattung, die Weibchen nach der Eiablage.

Maikäfer-Saison 2022: Sieben Wochen lang befallen sie Bäume und Felder

Durch die Entnahme von Bodenproben ist Experten klar: 2022 ist wieder ein sogenanntes Maikäferjahr. Wie der Name schon sagt, schwirren vor allem im Mai und im Juni besonders viele Käfer herum. Rund sieben Wochen fressen sich die Maikäfer in Scharen durch Wald und Felder. Hessen Forst warnt dieses Jahr wieder vor einer großen Menge der kleinen Krabbler. Sie gefährden die Landwirtschaft und es kann zu Straßensperrungen kommen.

Charakteristisch für die kleinen Insekten ist das laute Brummen. In großer Zahl können sie ganze Laubwälder kahlfressen. Davon können sich die meisten Bäume allerdings erholen. Eine größere Bedrohung für die Natur sind die Larven, welche die Baum- und Pflanzenwurzeln befallen.

Maikäfer auf dem Zweig eines Fliederbusches
Maikäfer können zu einer wahren Plage werden. © Wolfgang Kumm/ dpa/ Symbolbild

Maikäferplage ab den 1950er-Jahren: Insektizide rotteten sie damals fast aus

In Mitteleuropa kämpften die Menschen vor allem zwischen den 1950er- und 1970er-Jahren mit einem großen Aufkommen an Maikäfern. In Wien wurden sie 1951 gesammelt, geschreddert und zu Tiermehl verarbeitet.

Bis in die 1970er-Jahre flogen Hubschrauber über die Felder und versprühten das heute verbotene Insektizid DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan). Die chemische Substanz hätte fast zum Aussterben der Maikäfer geführt. Heute hat sich der Bestand erholt – und könnte jetzt wieder zum Problem werden.

Für zahlreiche Tiere wie Vögel, Fledermäuse, Spitzmäuse oder Wildschweine sind die Maikäfer und ihre Larven aber auch eine willkommene Nahrungsquelle.

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