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Malaysia: Geschichte, Politik, Bevölkerung und Geografie

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Malaysia, Kuala Lumpur: KLCC Park und Petronas Towers
Malaysia, Kuala Lumpur: KLCC Park und Petronas Towers © IMAGO / Westend61

Malaysia übt auf seine Besucher gleich doppelte Faszination aus. Es beherbergt nicht nur ein wahres Naturparadies, sondern gilt auch als eines der modernsten Länder in Südostasien. Dennoch hatte der wirtschaftliche Aufschwung auch einen hohen Preis für Mensch und Natur.

Kuala Lumpur – Das 330.290 Quadratkilometer große Malaysia besteht aus zwei Landesteilen (Malaiische Halbinsel im Westen und Insel Borneo im Osten), die vom Südchinesischen Meer voneinander getrennt sind. Der Staat weist eine föderale Wahlmonarchie auf – eine politische Besonderheit im südostasiatischen Raum. Das Land steht wirtschaftlich gut da, gilt jedoch noch als Schwellenland. Zudem ist bildet die Abholzung der Regenwälder ein Problem für die artenreiche Flora und Fauna.

Malaysia: Frühzeit bis koloniale Eroberung

Die Ureinwohner Malaysias stammen höchstwahrscheinlich aus dem südlichen Teil Chinas und siedelten sich um 300 vor Christus auf der malaiischen Halbinsel an. Um das Jahr 500 nach Christus begann der Überseehandel allmählich zu florieren. Dreihundert Jahre später breiteten sich der Buddhismus und der Hinduismus auf der malaiischen Halbinsel aus. 1400 entstand das Königreich von Malakka, das noch eng mit Thailand verbunden war. Im selben Zeitraum kamen auch immer mehr arabische, persische und indische Händler ins Land, sodass auch der Islam sukzessive die bis dato vorherrschenden Religionen zurückdrängte.

1511 eroberten die Portugiesen Malakka, die 1641 wiederum von den Niederländern verdrängt wurden. Ab 1786 baute auch die britische Kolonialmacht ihren Einfluss in der Region aus und übernahm 1795 endgültig die Vorherrschaft. Malaysia wurde so zunächst britische Kolonie und 1867 zur Kronkolonie umgewandelt. Ende des 19. Jahrhunderts schlossen sich die Regionen Perak, Selangor, Negri Sembilan und Pahang schließlich zu den „Federated Malay States“ zusammen.

Malaysia: Malaysias Weg in die Unabhängigkeit

Während des Zweiten Weltkriegs wurde Malaysia von den Japaner besetzt. Allerdings wurde nach dem Krieg die britische Kolonialherrschaft wiederhergestellt. Daraufhin begann die Widerstandsgruppe der MPAJA (Malayan Peoples‘ Anti-Japanese Army) sich für die Unabhängigkeit des Landes stark zu machen. Die Auseinandersetzungen zwischen der britischen Regierung den MPAJA hielt fast ein Jahrzehnt an, bis die sogenannte Föderation Malaya am 31. August 1957 schließlich in die Unabhängigkeit entlassen wurde.

Dennoch blieb Malaysia vorerst noch Teil des Commonwealth. Erst durch die Föderation Malaysia kam es zur Konsolidierung des Staatsgebiets 1963 erreichte das Land zunehmend Unabhängigkeit. Dem Staatenbund traten Singapur im Süden, sowie Sabah und Sarawak im Norden Borneos bei. Zwei Jahre später trat Singapur aus der Föderation wieder aus und erklärte seine Unabhängigkeit.

Malaysia: Entwicklung seit den 1960er Jahren

Malaysia wurde parlamentarische Wahlmonarchie, bei der jedem der dreizehn Bundesstaaten ein Sultan vorstand. Das Land war immer wieder von religiösen wie ethnischen Konflikten geprägt. Nach dem Tod von Tunku Abdul Rahman, der erste Premierminister der malaysischen Föderation, nahmen die Konflikte der Sultane mit der malaysischen Regierung weiter zu. In den Folgejahren wurden die Privilegien der Sultane zunehmend abgeschafft. 1997 führte auch die Wirtschafts- und Finanzkrise in Asien zu einem Kurssturz der malaysischen Währung.

Ab 2003 bildete die Koalition der Barisan Nasional lange Zeit die stärkste politische Kraft in der Regierung. Auch in den Folgejahren konnten sich die Oppositionsparteien bei den Parlamentswahlen nicht durchsetzen.

Malaysia: Das politische System

Die Staatsform von Malaysia bildet eine föderalistische, konstitutionelle sowie parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie. Der König ist das repräsentative Staatsoberhaupt, der aus den Reihen der Herrscher der einzelnen Sultanate im Rotationsprinzip ermittelt und gewählt wird. Diese Form ist nahezu einzigartig auf der Welt. Lediglich die Vereinigten Arabischen Emirate weisen noch eine föderale Wahlmonarchie auf.

Der Premierminister leitet als parlamentarischer Regierungschef das Kabinett der malaysischen Minister. Das Parlament besteht zusätzlich aus einem Abgeordnetenhaus von 222 Mitgliedern und einer Länderversammlung von 70 Mitgliedern. Auf Bundesebene wird per Mehrheitswahlrecht ein Kandidat pro Wahlkreis ins Parlament gewählt. Die Parlaments- sowie Präsidentschaftswahlen finden alle fünf Jahre statt.

Malaysia: Fakten im Überblick

Malaysia: Sprachen und Bevölkerung

Die Amtssprache von Malaysia ist Bahasa Malaysia. Aber auch Englisch wird seit der britischen Kolonialzeit für viele Einwohner als Zweitsprache genutzt. Durch die chinesische Minderheit spielt aber auch das Chinesische eine Rolle. Daneben lassen sich auch noch zahlreiche indische Sprachen ausfindig machen. Insgesamt werden in Malaysia 140 verschiedene Sprachen und Idiome gesprochen.

Die Sprachenvielfalt des Landes lässt auch an den Bevölkerungszahlen ablesen: 50,4 Prozent sind Malaien, 23,7 Prozent Chinesen, 11 Prozent indigene Völker, 7,1 Prozent Inder und 7,8 Prozent gehören noch anderen ethnischen Wurzeln an. Allerdings ist die Bevölkerung ungleichmäßig auf West- und Ostmalaysia verteilt. In den Bundesstaaten Sarawak und Sabah auf der Insel Borneo leben nur etwa 20 Prozent der gesamtmalaysischen Bevölkerung.

Malaysia: Geografie und Städte

Die malaiische Halbinsel grenzt zu Wasser und zu Land an Thailand. Der Staat hat außerdem Seegrenzen mit Vietnam, Singapur und Indonesien. Die Straße von Malakka bildet die Trennlinie zur Insel Sumatra. Durch einen Damm ist Malaysia mit dem Stadtstaat Singapur auf der gleichnamigen Insel verbunden. Der Osten von Malaysia hat eine Land- und Seegrenze mit dem Sultanat Brunei im Norden und mit Indonesien im Süden. Außerdem gibt es noch Seegrenzen zu Vietnam und den Philippinen. Landschaftlich fährt Malaysia mit der ganzen Bandbreite von Sumpf- und Küstenwäldern bis hin zu Gebirgsregionen auf. Der höchste Berg bildet der 4.095 Meter hohe Kinabalu.

Das Handels- und Finanzzentrum bildet die Hauptstadt Kuala Lumpur, die mit ihrer modernen Skyline beeindruckt. Hier gelten vor allem die Zwillingstürme der 451 Meter hohen Petronas Towers als Wahrzeichen der Metropole. Obwohl in Kuala Lumpur auch das Bundesparlament seinen Sitz hat, befinden sich die meisten Regierungseinrichtungen in Putrajaya, die 1995 als neue Verwaltungshauptstadt errichtet wurde.

Die größten Städte Malaysias im Überblick

Malaysia: Wissenswertes zum Land

Im Gegensatz zu anderen Ländern in Südostasien steht Malaysia wirtschaftlich sehr gut da. Das Land ist reich an Bodenschätzen, auch die Industrie ist inzwischen gut ausgebaut. Neben Kautschuk und Zinn besitzt der Staat auch Erdöl und Erdgas sowie ein hohes Kupfer-, Eisen-, Gold – und Silbervorkommen. Allein die Hälfte des weltweit produzierten Palmöls kommt beispielsweise aus Malaysia. Der Wohlstand macht sich vor allem an den modernen Städten mit der gut ausgebauten Infrastruktur bemerkbar. Dennoch gilt Malaysia wirtschaftlich noch als Schwellenland. Und trotz der Investitionen ausländischer Firmen ist die Situation vieler Arbeitskräfte eher desolat.

Leider wurden in Malaysia auch immer wieder Regenwälder großflächig abgeholzt und somit vielen Tieren der Lebensraum genommen. Dabei hat das Land eine atemberaubende Flora und Fauna zu bieten. Alleine Ostmalaysia besitzt die ältesten tropischen Regenwälder der Erde, die flächenmäßig vier Fünftel des Landes ausmachen und in denen eine Vielzahl an Tieren überleben konnten. Sie bieten Lebensraum für mehr als 8.000 Pflanzenarten und sowie über 600 Vogelarten. Aber auch Tiger, Leoparden und weitere Wildkatzen finden hier ihren idealen Rückzugsort. Daneben lassen sich noch eine Vielzahl an Affenarten (darunter Orang-Utans) und Schlangen ausfindig machen.

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