Malaysia: Valentinstag-Verbot für Muslime

Kuala Lumpur - Blumen, Pralinen und Herzensgrüße für die Liebsten: All das ist Muslimen in Malaysia an Valentinstag verboten. Seit Jahren dürfen sie am 14. Februar nicht feiern.

Nicht überall ist Valentinstag ein Fest der Liebe. Im überwiegend muslimischen Malaysia löst der 14. Februar alle Jahre wieder hitzige Debatten über unmoralisches Verhalten, vorehelichen Sex und häufigen Partnerwechsel aus. Seit 2005 dürfen Muslime in Malaysia Valentinstag nicht mehr feiern. Einige machen es trotzdem, still und heimlich. Andere fordern noch strengere Regeln. Sie wollen, dass kein Bewohner des südostasiatischen Landes - ob Muslim oder nicht - das Fest mit christlichen Wurzeln feiert. Rund 40 Prozent der malaysischen Bevölkerung sind keine Muslime.

Malaysia rühmt sich dafür, ein buntes und tolerantes Land zu sein. Die islamischen Autoritäten aber können dem muslimischen Teil der Bevölkerung Vorschriften machen. So nahm im vergangenen Jahr eine Art Religionspolizei mehr als 100 Muslime fest, weil sie trotz Verbot Valentinstag gefeiert haben.

Die schlimmsten Geschenke zum Valentinstag

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Adnan, ein 19-jähriger Muslim, der an einer Universität am Rande der Hauptstadt Kuala Lumpur studiert, findet das Verbot falsch. „Es ist traurig, dass der Islam dafür benutzt wird, Freiheiten zu unterdrücken.“ Das Valentinstag-Verbot belege die Engstirnigkeit der islamischen Autoritäten im Land, sagt er. „Valentinstag zu feiern bedeutet nicht, dass wir sexuell freizügig oder unmoralisch sind.“

Andere junge Muslime aber loben das Verbot. Etwa Aisya Abdullah. Sie glaubt an die Weisheit der muslimischen Autoritäten, die ihr und ihren Glaubensgenossen in Malaysia das Fest untersagt haben. „Ich glaube, dass sich die Älteren einfach um unser Wohl sorgen.“

Die Jugendfraktion der islamischen Partei PAS will nun, dass der Valentinstag komplett aus der Öffentlichkeit verbannt wird und fordert ein Werbeverbot. „Wir wollen nicht die Rolle von Sittenwächtern annehmen“, sagte PAS-Mitglied Nasrudin Hassan Tantawi. „Aber wir wollen Jugendlichen helfen, nicht in die Valentinstag-Falle zu gehen, die unmoralisches Verhalten fördert.“ Dabei gehe es aber nicht um ein striktes Verbot, betonen Politiker der Partei. Man wolle nur gegen die große Berichterstattung in den Medien angehen, die auch junge Muslime beeinflusse, sagte Kulturminister Rais Yatim.

Von den anderen Parteien wird die PAS-Initiative kritisiert. So ist etwa der Nationale Jugendrat, eine andere muslimische Gruppe, dagegen. „Unmoralische Aktivitäten an Valentinstag haben noch nicht den kritischen Punkt erreicht, der eine Anti-Valentinstag-Werbung notwendig machen würde“, sagte Präsident Mohammed Maliki Mohammed Rapiee.

„Es ist falsch von der PAS Jugendfraktion, nicht-muslimische Jugendliche und ihre Moral vorzuverurteilen“, sagte Tan Keng Liang, Leiter der Jugendfraktion der Kedah Gerakan-Partei. „Die PAS-Jugendfraktion sollte wegen dem Valentinstag nicht paranoid werden“, findet die Christin chinesischer Abstammung, Chew Hoong Ling. Sie ist Präsidentin der Organisation „Stimme der Frauen“.

Nicht alle aber argumentieren mit Religion, kurz vor dem Fest der Liebe. Andere nennen wirtschaftliche Gründe. So befürwortet auch die 19-jährige Nadzimie Haschim das Verbot. Die Logik dahinter sei klar: „Leute vor unnötigen Ausgaben zu schützen“, sagt er. „An Valentinstag steigen die Preise für Blumen und Essen maßlos, alles im Namen der Liebe.“

Adnan, dem muslimischen Studenten aus Kuala-Lumpur, macht das nichts aus. In diesem Jahr will er das Fest der Liebe mit seiner Freundin begehen, verrät er. „Aber wir müssen sehr vorsichtig sein. Das Verbot ist eine Realität, mit der wir leben müssen.“

dpa

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