Ein Mann liegt unter einem Sonnenschirm am Strand von Cala Major auf der Urlaubsinsel Mallorca (Spanien).
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Auf Mallorca steigen die Corona-Fallzahlen. Die Urlaubsinsel hat Angst, bald als Risikogebiet zu gelten (Symbolfoto).

Regel gilt für ganz Spanien

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: Schock für Urlauber - RKI macht Insel jetzt zum Risikogebiet

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
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Noch ist Mallorca kein Corona-Risikogebiet. Doch die Angst wächst. Die Zahl der Covid-19-Neuinfektionen hat auf den Balearen den kritischen Wert überschritten - das RKI reagiert.

Update vom 14. August 2020, 15.57 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt laut Informationen der Bild-Zeitung Spanien zum Corona-Risikogebiet. Betroffen sind dann auch die Balearen – und damit auch Mallorca! Ausnahme bilden die Kanaren. Das Blatt will es aus Regierungskreisen erfahren haben.

Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen rasant: Auswärtiges Amt schlägt jetzt Alarm - Kommt die Reisewarnung?

Update vom 14. August 2020, 14.00 Uhr: Auf Mallorca wächst die Angst, bald als Risikogebiet eingestuft zu werden. Die Corona-Fallzahlen sind hoch. Das Auswärtige Amt (AA) hat bisher keine Reisewarnung für die Baleareninsel ausgesprochen. „Zuletzt sind die Infektionszahlen auch in Kastilien-Léon und auf den Balearen stark gestiegen, besonders betroffen ist dort Palma de Mallorca. Im Süden des Landes und auf den Kanaren liegen sie weiterhin auf niedrigem Niveau“, heißt es auf der AA-Webseite.

Derzeit gibt es auf den Balearen 1.245 aktive Corona-Fälle, davon 1.179 auf Mallorca (Quelle: covid19ib.maps) Die steigenden Zahlen wirken beunruhigend. Für die balearische Gesundheitsministerin Patricia Gómez gibt es jedoch Gründe, die Corona-Infektionen auf den Inseln ernst zunehmen: Es würde mehr getestet und Corona-Fälle durch das sogenannte Tracking identifiziert. Obendrein gebe es mehr soziale Kontakte beispielsweise durch Familientreffen, teilte die Gesundheitsministerin via Twitter mit. Vor allem junge Menschen, die keine Krankheitssymptome zeigten - „asymptomatisch“, hätten sich mit Covid-19 infiziert. Ein 20-jähriger Patient würde auf der Intensivstation behandelt werden. Auf den Balearen würden derzeit rund 2000 Corona-Tests pro Tag gemacht - mehr als zu den Höhepunkten der ersten Welle.

Eine Reisewarnung für die Balearen würde viele Gastronomen und Hotelbetreiber in die Pleite treiben. „Wenn die Besucherzahlen weiter zurückgehen, würden viele Restaurants, die sich bisher noch einigermaßen über Wasser halten können, an ihr Existenzminimum kommen“, sagte „Münchner Kindl“-Besitzerin Gerlinde Weidinger gegenüber focus.de. Schon jetzt blieben die Urlauber aus. Viele Hotels haben schon ihre Pforten wieder geschlossen, berichtet die deutschsprachige Mallorca Zeitung. An der Playa de Palma liegt die Hotelauslastung derzeit bei 50 Prozent.

Rasant steigende Corona-Zahlen: Deutschland müsste Balearen wohl zum Risikogebiet erklären - tut es aber nicht

Erstmeldung vom 13. August 2020

München/Palma - Deutschland müsste die Balearen und damit die beliebten Urlaubs-Inseln Mallorca sowie Ibiza eigentlich zum Corona-Risikogebiet erklären, tut das aber nicht. Darauf lassen die neuen Covid-19-Zahlen aus Spanien sowie ein Bericht der ARD-Tagesschau schließen.

Coronavirus-Pandemie auf Mallorca und Ibiza: Balearen gelten nicht als Corona-Risikogebiet

So seien die Balearen besorgt, auch zum Corona-Risikogebiet erklärt zu werden, hieß es in dem Bericht. Und das offensichtlich nicht umsonst. Wie die Tagesschau berichtet, zählen die Behörden auf den balearischen Inseln aktuell mehr als 1000 Corona-Infektionen.

In Spanien und Deutschland gilt gleichermaßen: Wenn binnen einer Woche 50 neue Corona-Fälle auf 100.000 Einwohner registriert werden, wird die Covid-19-Situation in der entsprechenden Region als kritisch eingestuft. Dies gelte mittlerweile für sieben spanische Provinzen - darunter auch die Balearen, hieß es weiter.

Dort liege der 7-Tage-Indzidenz demnach bei 67. Pikant: Dieser Wert ist damit deutlich höher als in anderen Ländern, die als Corona-Risikogebiete eingestuft werden.

Corona-Wert auf Mallorca und Ibiza viel höher als in Covid-19-Risikogebieten

Ein Blick auf den Balkan hilft zum Verständnis. Risikogebiete waren Stand 11. August: Montenegro, noch ein Urlaubsland. Dort betrug die 7-Tage-Inzidenz 62,2. Und in Bosnien und Herzegowina lag die 7-Tage-Inzidenz am selben Tag bei 56,0 - laut Auswärtigem Amt noch ein Risikogebiet. Gesamt-Spanien hatte demnach einen Wert von 50,7 - und pendelte sich zuletzt knapp über der kritischen Marke ein.

Noch ein Beispiel: Die 7-Tage-Inzidenz in Luxemburg wurde auf 52,9 beziffert, deshalb gilt auch das Großherzogtum als Corona-Risikogebiet - die Balearen, wo der Wert um knapp 14 höher ist, aber nicht. 

Corona-Pandemie auf den Balearen: Warum werden Mallorca und Ibiza nicht zu Risikogebieten erklärt?

Doch bislang erklärt das Auswärtige Amt Mallorca und Ibiza nicht zum Covid-19-Risikogebiet. (pm) *merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Währenddessen hat Hubert Aiwanger gefordert, auch der Corona-Krise die richtigen Schlüsse zu ziehen. So fordert der bayerische Wirtschaftsminister die Einführung eines verpflichtenden sozialen Jahres für alle.

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