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Ungewöhnliche Tiersichtungen vor Mallorcas Stränden: Expertin warnt eindringlich vor Berührungen

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Von: Marcus Giebel

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Riesenquallen nähern sich immer häufiger den Stränden von Mallorca. Experten überrascht dieses Verhalten nicht. Doch die Tiere bringen eine Gefahr mit sich.

München - Tierischer Überraschungsbesuch auf Mallorca: Vor den Küsten der liebsten Urlaubsinsel der Deutschen sind zuletzt vermehrt Riesenquallen gesichtet worden. Die Gattung mit der lateinischen Bezeichnung Rhizostoma Luteum nimmt durchaus beeindruckende Ausmaße an. Laut „Meerwasser-Lexikon“ können die Tiere bis zu 40 Kilogramm schwer werden und eine Größe von 70 bis 90 Zentimetern erreichen.

Nicht ohne. Und so dürfte der Anblick nicht nur für Kinder spektakulär sein, wenn eine Riesenqualle plötzlich im Wasser neben ihnen auftaucht. Einige Augenzeugen haben ihre Entdeckungen direkt gefilmt oder fotografiert, um die Aufnahmen zu verbreiten. Sowohl die Mallorca Zeitung als auch das Mallorca Magazin berichteten bereits über diese Sichtungen. Etwa an den Stränden Cala Egos oder Cala Blava, der Bucht von Palma oder dem Es-Trenc-Strand.

Eine Riesenqualle schwimmt im Wasser
Bislang noch weitgehend unbekannt: Die Rhizostoma Luteum treten immer häufiger in Küstennähe auf - auch vor Mallorca. © IMAGO / blickwinkel

Riesenquallen vor Mallorca: „Sie haben nesselnde Tentakel und sollten nicht berührt werden“

Stellt sich nur die Frage: Geht von diesen Quallen eine Gefahr aus? Immerhin sollen alle Quallen giftig sein, aber nicht jede auch für den Menschen gefährlich. Prof. Dr. Inna Sokolova vom Institut für Biowissenschaften Meeresbiologie der Universität Rostock erklärt im Travelbook dazu: „Rhizostoma Luteum und sein Verwandter Rhizostoma Pulmo, der auch im Atlantik und im Mittelmeer vor der Iberischen Halbinsel zu finden ist, haben nesselnde Tentakel und sollten nicht berührt werden.“

Zwar seien die Tiere für den Menschen nicht tödlich, doch Schmerzen, Reizungen oder allergische Reaktionen könnten durchaus die Folge einer Berührung sein. „Die Hautreizung kann einige Stunden bis einige Tage anhalten“, warnt die Expertin. Sie kann auch erklären, warum die Begegnungen an Küstennähe zuletzt zunahmen. Durch die Überfischung der Meere gebe es immer weniger natürliche Feinde der Riesenqualle, die sich unter anderem von Fischeiern, Zooplankton und Salzwasserflöhen ernährt.

An einem Strand sonnen sich mehrere Menschen, andere sind im Wasser
Quallen-Alarm vor Mallorca: In den vergangenen Tagen und Wochen wurden ungewöhnlich viele Riesenquallen an den Stränden entdeckt. © Clara Margais/dpa

Riesenquallen vor Mallorca: Vor allem im Mittelmeer verbreitet - noch kaum erforscht

Rhizostoma Luteum ist vor allem im Mittelmeer verbreitet, damit auch rund um die Balearen, aber auch vor Spanien und Portugal, sowie in der Straße von Gibraltar, vor Angola, Westafrika und im Ost- sowie Südatlantik. Insgesamt sei die Spezies jedoch eher selten, wie Antoni Grau, Generaldirektor für Fischerei und Meeresumwelt, laut Mallorca Magazin erklärte.

Die erste Entdeckung soll es schon im Jahr 1837 gegeben haben, in der Straße von Gibraltar. Erst seit 2013 häufen sich die Sichtungen. Noch seien die Meerestiere wenig erforscht, so Grau. Das könnte sich womöglich bald ändern. (mg)

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