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Bis zum 6. März 2015 wurden der WHO 1040 Mers-Fälle aus aller Welt gemeldet, etwa 40 Prozent der Infizierten starben. Foto: Center for Disease Control/Archiv

Mann aus Niedersachsen mit gefährlichem Mers-Virus infiziert

Osnabrück (dpa) - Zum dritten Mal in Deutschland behandeln Mediziner einen am tödlichen Coronavirus Mers erkrankten Patienten. Der 65 Jahre alte Niedersachse hatte sich während einer Urlaubsreise mit dem Erreger angesteckt. Weitere Fälle sind aber bislang nicht aufgetreten.

Rund 50 Menschen aus dem Umfeld des Patienten würden getestet, dies sei eine reine Sicherheitsmaßnahme, sagte ein Sprecher der Nils-Stensen-Kliniken in Osnabrück.

Der Mann liegt auf der Isolierstation des Marienhospitals Osnabrück. Sein Zustand sei unverändert, er werde intensivmedizinisch behandelt und beatmet, berichtete eine Sprecherin des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Es ist der dritte bekannte Fall einer Mers-Erkrankung in Deutschland und der erste in Niedersachsen.

Das Ministerium betonte, dass keine Gefahr für die Bevölkerung bestehe. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Bei schweren Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln. In einigen Fällen wurde auch Nierenversagen beobachtet. Die Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Margaret Chan, hatte den Mers-Erreger zuvor als "eine Gefahr für die ganze Welt" bezeichnet.

Der 65-Jährige war Anfang Februar von einer Urlaubsreise aus Abu Dhabi (Vereinigte Arabische Emirate) nach Deutschland zurückgekehrt. In München war im März 2013 ein 73 Jahre alter Mers-Patient aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gestorben. Ein anderer, in Essen behandelter Patient aus Katar überlebte die gefährliche Krankheit.

Der Erreger von Mers (Middle East Respiratory Syndrome) gehört zu den Coronaviren, zu denen auch der Sars-Erreger und viele Erkältungsviren zählen. Weltweit erstmals tauchte er 2012 auf. Experten vermuten aber, dass es auch schon zuvor Mers-Fälle gegeben haben könnte.

Bis zum 6. März 2015 wurden der WHO 1040 Mers-Fälle aus aller Welt gemeldet, etwa 40 Prozent der Infizierten starben. Die Erkrankungen kommen vor allem auf der Arabischen Halbinsel vor. Saudi-Arabien ist weltweit das am stärksten von Mers betroffene Land. Reisende brachten den Erreger auch in die USA und in europäische Länder wie Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Österreich und die Türkei. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts gibt es immer mehr wissenschaftliche Hinweise darauf, dass Dromedare die Quelle für menschliche Infektionen bilden. Der Anteil der Dromedare aus dem arabischen Raum, aber auch aus afrikanischen Ländern mit Antikörpern gegen Mers sei hoch. Auch das Virus selbst konnte isoliert werden.

Der Mann aus Niedersachsen hatte nach dpa-Informationen bereits kurz nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub über Beschwerden geklagt. Der Gesundheitsdienst für den Landkreis und die Stadt Osnabrück ermittelte in enger Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus die Kontaktpersonen des Patienten.

Fachinformationen des Robert Koch-Instituts zu Mers

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