Im Affekt

Wegen Trennung: Mann fährt Ex-Freundin tot

Wiesbaden - Bis zum Schluss will ein junger Mann nicht des Ende seiner Beziehung akzeptieren. Als seine Ex-Freundin den endgültigen Schlussstrich zieht, brennen bei ihm alle Sicherungen durch.

Weil er seine Ex-Freundin mehrfach mit dem Auto überfahren und getötet hat, ist ein 26-Jähriger zu einer Haftstrafe von acht Jahren und zehn Monaten verurteilt worden. Die brutale Tat sei spontan und nicht geplant erfolgt, sagte der Vorsitzende Richter am Landgericht in Wiesbaden am Freitag in seiner Urteilsbegründung. Deshalb sei der Mann wegen Totschlags verurteilt worden. Anklagt war er wegen Mordes.

Der 26-Jährige habe im Affekt gehandelt, weil er sich wegen der endgültigen Trennung von der 22-Jährigen in einer aussichtslosen Situation gesehen habe. Er sei verzweifelt und hoch erregt gewesen und habe sich nach einem Streit spontan entschlossen, die junge Frau zu töten. Der Richter sprach von einer verachtenswerten Tat. Sie hatte sich im Sommer vergangenen Jahres in Wiesbaden ereignet.

Vorangegangen war ein monatelanges Auf und Ab in der Beziehung. Das endgültige Aus konnte der 26-Jährige nicht überwinden und akzeptieren, sondern suchte immer wieder Kontakt. In seinem Schlusswort hatte er vor Gericht zu den Eltern gesagt: „Ich wollte das nie. Ich weiß, dass ich das nie wieder gutmachen kann. Das ist eine Strafe für das Leben und wird mich bis an mein Ende begleiten.“ Die Eltern waren als Nebenkläger aufgetreten. Die Mutter verließ noch während der Urteilsbegründung aufgelöst den Verhandlungssaal.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren eine lebenslange Haftstrafe für den Mann wegen Mordes gefordert. Er habe nach dem Motiv gehandelt: „Wenn ich sie nicht kriege, bekommt sie auch kein anderer“. Die Verteidigung hatte für eine Haftstrafe von nicht mehr als acht Jahren plädiert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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