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Auf dem Gelände dieses Bauernhofes soll sich der Amok-Schütze verschanzt haben. Kleines Bild: Drei seiner Opfer, die der Täter auf der Flucht tötete

Vier Tote in Österreich

Polizei stürmt Haus des Amok-Schützen

Annaberg - Die österreichische Polizei will einen Wilderer stellen, doch der Einsatz läuft schief. Der Mann erschießt vier Menschen, verschanzt sich. Am Dienstagabend stürmten Polizisten das Versteck.

Die österreichische Polizei hat am Dienstagabend mit der Stürmung des Bauernhofs begonnen, in dem sich der vermutlich für vier Tote verantwortliche Jäger verschanzte. Wie der Einsatz verlief, blieb bis Redaktionsschluss unklar.

Die Beamten führten in dem Haus im niederösterreichischen Bezirk Melk eine „gesicherte Durchsuchung“ durch, bestätigte ein Polizeisprecher der dpa am Dienstagabend. Ob der mutmaßliche Täter noch am Leben war und sich noch in dem Haus befand, blieb zunächst unklar. Seit dem späten Nachmittag habe es kein Lebenszeichen mehr von ihm gegeben haben, so der Sprecher.

Die Polizei belagerte den schwer Bewaffneten mit Hunderten Einsatzkräften und rückte auch mit Panzern an. Der mutmaßliche Wilderer hatte auf der Flucht vor der Polizei seit der Nacht zu Dienstag drei Polizisten und einen Sanitäter erschossen.

Nach Angaben des Innenministeriums kam es in der Gegend immer wieder zu schweren Fällen von brutaler Wilderei. Ein Unbekannter soll aus einem fahrenden Wagen immer wieder Hirsche erschossen und ihnen dann den Kopf abgetrennt haben. Die Körper der Tiere ließ er liegen. Eine Spezialeinheit der Polizei sollte den Tierquäler fassen.

Mit einer Polizeisperre aus mehreren Streifenwagen sollte der Wilderer in der Nacht zu Dienstag in einem Wald bei Annaberg gestellt werden. Ob es sich bei dem verfolgten Schützen aber tatsächlich um den Wilderer handle, wollte die Polizei nicht bestätigen. Der Täter durchbrach in der Nacht mit seinem Wagen eine Straßensperre und eröffnete sofort das Feuer. Er traf einen Beamten der Sondereinheit Cobra, der später im Krankenhaus starb.

Der Täter verließ seinen kaputten Wagen und versteckte sich im Wald. Als ein Rettungswagen für den Verletzten eintraf, eröffnete er erneut das Feuer. Der Fahrer des Rettungswagens wurde tödlich getroffen, der zweite Cobra-Beamte verletzt.

Auf der Flucht zu Fuß kaperte der Jäger einen Streifenwagen, erschoss einen darin sitzenden Polizisten. Ob er dessen Kollegen als Geisel nahm oder direkt erschoss, war zunächst unklar. Der Mann wurde später tot im Wagen in einer Scheune seines Hauses gefunden. Mit dem Streifenwagen flüchtete der Schütze zu seinem Bauernhof im rund 70 Kilometer entfernten Großpriel bei Melk. Seither hielt er sich dort verschanzt und eröffnete immer wieder das Feuer.

Nähere Angaben zu den drei getöteten Polizisten machten die Ermittler nicht. Klar war nur, dass es sich bei dem tödlich verwundeten Sanitäter um einen 70-jährigen Einheimischen gehandelt hat, der seit Jahrzehnten für das Rote Kreuz tätig war.

Nach Berichten österreichischer Medien gilt der Täter als Waffennarr, der auch Handgranaten besitzen soll. Da der Mann eine Langfeuerwaffe besitze, habe man das Gebiet um das Haus weiträumig absperren müssen. Nachbarn wurden aus ihren Häusern geholt, sagte Scherscher. Berichte, wonach auch Kinder in dem Haus sein sollten, träfen nicht zu, sagte der Sprecher.

Blutiges Geiseldrama in Österreich - Bilder

Blutiges Geiseldrama in Österreich - Bilder

Österreich reagierte erschüttert auf die Tat: Das österreichische Parlament gedachte der Opfern in einer Schweigeminute. Das Bundesland Niederösterreich ordnete Trauerbeflaggung an. „Mein volles Mitgefühl und meine tief empfundene Anteilnahme gilt in diesen Stunden den Angehörigen und den Kolleginnen und Kollegen der zu Tode gekommenen Einsatzkräfte“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann. Auch Politiker aller anderen Parteien zeigten sich betroffen.

dpa

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