Er hörte Stimmen

Mann tötet Nachbarin vor den Augen ihrer Kinder

Emmerich - Ein 32-Jähriger soll im niederrheinischen Emmerich eine junge Mutter im Beisein ihrer kleinen Kinder erstochen haben. Angeblich hätten ihm Stimmen die schreckliche Tat befohlen. 

Der Mann wohne mit seiner Ehefrau und sechs Kindern im selben Haus wie die Opfer-Familie, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Demnach war der 32-Jährige am Mittwoch von seinem Balkon nach unten geklettert, hatte die Balkontür der Familie eingeschlagen und zunächst die Mutter (45) der jungen Frau mit einer Wodkaflasche attackiert und mit einem Messer schwer verletzt. Anschließend ging er in das Schlafzimmer, in dem sich die 26 Jahre alte Mutter mit den beiden Kindern aufhielt und tötete die Frau, deren Ehemann kurz vor dem Überfall zur Arbeit gegangen war, mit Messerstichen und Schnitten.

Die Polizei, die von einer Nachbarin alarmiert worden war, fand die 45-Jährige, die jetzt ohne Bewusstsein im Krankenhaus liegt. Für die Mutter der ein und vier Jahre alten Kinder kam jede Hilfe zu spät.

Nach der Tat lief der 32-Jährige laut Polizei zu einem früheren Arbeitskollegen in der Nähe, um auch ihn zu töten. Er brach dessen Wohnung auf und schlug dem schlafenden Mann mit einem Bierkrug auf den Hinterkopf. Der 23-Jährige verlor bei der Attacke mehrere Zähne. Dann flüchtete der mutmaßliche Täter.

Trotz intensiver Fahndung fand die Polizei ihn erst am Donnerstagmorgen auf einer Bundesstraße. Er ließ sich laut rp-online.de widerstandslos festnehmen.

Der Mann habe die Taten gestanden: Innere Stimmen hätten ihm befohlen, die Frauen zu töten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Totschlags und versuchten Totschlags. Der tatverdächtige Nachbar soll "in einem eher freundschaftlichen Verhältnis" zur Familie des Opfers. Er soll am Freitag vor den Haftrichter. Bisher gebe es keinen ärztlichen Nachweis, dass er psychisch krank sei, teilte die Polizei mit.

Die Kinder nahm das Jugendamt in seine Obhut.

dpa/hn

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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