Stadt informiert Schulen

Bad Bevensen: 159 sexuelle Übergriffe auf Mädchen

Bad Bevensen/Lüneburg - Wegen Kindesmissbrauchs in 159 Fällen muss sich ein Mann zurzeit vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. Der Fall bewegt die ganze Stadt.

Ein 47-jähriger Mann aus Bad Bevensen bei Lüneburg steht derzeit vor dem Landgericht Lüneburg. Wie die Allgemeine Zeitung der Lüneburger Heideberichtet, muss er sich wegen Kindesmissbrauchs in 159 Fällen verantworten. Der arbeitslose Mann lebt inzwischen bei seinen Eltern in Bad Bevensen. Deshalb bewegt der Fall die Menschen in der Kurstadt.

Von Juli 2012 bis Mai 2015 soll der Mann auch seine damals neun bis zehn Jahre alte Tochter sowie acht ihrer Freundinnen und seine Nichte im Alter von vier bis sieben Jahren missbraucht haben. Ihm wird vorgeworfen, die Kinder in seinem Haus in Deutsch Evern sowie im Freibad Lüneburger Salztherme nackt fotografiert und berührt zu haben. Dies erregte ihn laut Anklage sexuell. Zudem sollen sich die Mädchen am Körper auf seinen Wunsch bemalt haben, um für Aufnahmen zu posieren. Der Mann machte Gipsabdrücke ihrer Intimbereiche, um Skulpturen daraus zu fertigen.

Thema Missbrauch mit Kindern besprechen

Ein Psychiater hat dem Angeklagten eine pädophile Störung attestiert. Außerdem sei laut Nebenklage einer Rechtsanwältin von einer "erheblichen Wiederholungsgefahr" auszugehen. Der Angeklagte soll keine Reue gezeigt haben.

Der Fall wurde nun auch bei der letzten Sitzung des Stadtrats von Bad Bevensen angesprochen. Eine Bürgerin hatte das Thema öffentlich gemacht. Da sich der Angeklagte momentan in Bad Bevensen bei seinen Eltern befindet, wurde entschieden, Kindergärten, Schulen und andere Institutionen, die mit Kindern arbeiten, über das Thema zu informieren. Das Thema Missbrauch soll dort allgemein mit den Kindern behandelt werden.

Panik soll dabei aber auf keinen Fall verbreitet werden. Im Gegenteil: „Wenn man darüber spricht und das Thema sensibel behandelt, genau dann beugt man Hetze vor“, sagt Bürgermeister Martin Feller. Er betont: „Es geht niemals darum, einen einzelnen Menschen zu jagen.“ Die Verhandlung gegen den Angeklagten wird am Freitag fortgesetzt.

mm/tz

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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