„Perihel-Opposition“

Himmels-Phänomen im Oktober: Mars gut sichtbar - und so nah wie 15 Jahre nicht mehr

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
    schließen

Erde, Mars und Sonne bewegen sich in den kommenden Tagen in eine besonders günstige Stellung für Schaulustige. Die Sichtbarkeit erreicht ihren Höhepunkt für die nächsten 15 Jahre.

  • Die Mars-Sichtbarkeit erreicht in den kommenden Tagen ihren Höhepunkt für die nächsten 15 Jahre.
  • Der Rote Planet wird auch in Städten gut sichtbar sein.
  • Ähnlich gut wird die Mars-Sichtbarkeit erst wieder im September 2035.

München - Mehrere Raumsonden sind derzeit zum Mars unterwegs. Doch in den kommenden Tagen wird der Rote Planet auch von der Erde aus gut zu beobachten sein. Die Mars-Sichtbarkeit erreicht im Oktober ihren Höhepunkt für die nächsten 15 Jahre. Der Grund für das Phänomen am Himmel ist eine sogenannte Perihel-Opposition.

Mars-Sichtbarkeit erreicht im Oktober Höhepunkt für die nächsten 15 Jahre

Am 6. Oktober kommt der Mars der Erde am nächsten. So nahe war der Rote Planet zuletzt im Jahr 2003, also vor 17 Jahren. Der Mars wird dann nur 62,1 Millionen Kilometer von der Erde entfernt sein und besonders hell am Nachthimmel strahlen. Die Kombination von Erdnähe und Position zur Sonne ist dabei entscheidend für die Sichtbarkeit. Am 14. Oktober steht der Mars der Sonne genau gegenüber und scheint damit am hellsten. 

Etwa alle 780 Tage kommen sich Erde und Mars näher. Entsprechend gibt es rund alle zwei Jahre eine vermeintlich günstige Sichtbarkeit. Allerdings kommt es darauf an, an welcher Stelle sich die beiden Planeten nahe kommen. Die Bahn des Mars ist im Gegensatz zur Erdbahn stark elliptisch. Seine Entfernung von der Sonne schwankt zwischen 207 und 249 Millionen Kilometern.

Perihel-Opposition begünstigt Sichtbarkeit des Mars

Die beste Sichtbarkeit ist gegeben, wenn der Mars bei der Begegnung mit der Erde im sonnennächsten Punkt seiner Bahn steht, dem sogenannten Perihel. Die Erde kann sich dann dem Mars auf weniger als 56 Millionen Kilometer annähern. Eine solch günstige Perihel-Opposition wie in diesem Jahr kommt nur alle 15 bis 17 Jahre vor.

In den nächsten Wochen steht der Mars recht einsam am Himmel, denn in seiner Umgebung befinden sich kaum hellere Sterne. Am Abend geht er im Osten auf und wandert gegen Mitternacht nach Süden. Zur Morgendämmerung sinkt der Mars dann nach Westen hin ab.

Roter Planet auch in Städten noch gut sichtbar

Um den besten Blick auf den Mars zu haben, sollte man zwischen 22 Uhr und 2 Uhr morgens in den Himmel blicken, erklärte Daniel Karbacher von der Urania-Sternwarte in Zürich dem Schweizer Tagesanzeiger. Zu dieser Zeit befinde sich der Rote Planet an seinem höchsten Punkt. Um das Phänomen zu beobachten, müsse man nicht in die Berge, oder ans Meer fahren, berichtet der Experte. „Auch in den Städten ist der Mars noch gut sichtbar“, sagt Karbacher. Entscheidender seien demnach die Wetterverhältnisse. Trockene Luft etwa begünstige die Fernsicht, Nebel wiederum verringere den Kontrast, erklärt er.

Mit freiem Auge ist allerdings in jedem Fall nicht mehr als ein heller, rötlicher Punkt sichtbar. Um Details zu erkennen, braucht man ein größeres Fernrohr. Experten empfehlen zudem Farbfilter, die dabei helfen, gewisse planetare Strukturen und Wetterphänomene besser erkennen zu können. Im Juni 2033 kommen sich Erde und Mars das nächste Mal ähnlich nah wie in diesen Tagen. Die Sichtbarkeit wird allerdings erst wieder im September 2035 ähnlich günstig sein, so Experten. (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © picture alliance/esoc/ESA/dpa

Auch interessant

Kommentare