+
Ein Handout der Nasa zeigt den Marsrover Curiosity. Foto: NASA

Marsrover misst überraschende Methan-Schwankungen

Pasadena/Washington (dpa) - Der Marsrover "Curiosity" hat überraschend starke Schwankungen der Methan-Konzentration auf dem Roten Planeten gemessen.

Der von dem Forschungsroboter registrierte Methananteil in der Marsatmosphäre schnelle kurzzeitig bis zum Zehnfachen in die Höhe, berichten Forscher um Christopher Webster vom Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde Nasa im Fachblatt "Science". Dies lege nahe, dass es in der Nähe des Messplatzes eine unbekannte Methanquelle gebe.

Das Gas Methan ist auf der Erde meist biologischen Ursprungs. Es kann insbesondere auf dem Mars jedoch auch auf andere Weise entstehen, etwa durch den Abbau von Staub und organischem Material, das mit Kometen auf den Roten Planeten geregnet ist.

Das Team um Webster hatte den Methangehalt in der Marsatmosphäre in der Nähe des Gale-Kraters untersucht und festgestellt, dass er nur etwa halb so hoch liegt wie aus den bekannten Prozessen erwartet.

In den 20 Monaten Messdaten von "Curiosity" schnellte die Methan-Konzentration jedoch kurzzeitig für etwa 60 Marstage bis zum Zehnfachen in die Höhe. Das ist überraschend, weil das Gas eine Lebensdauer von etwa 300 Jahren in der Atmosphäre habe.

Daraus schließen die Wissenschaftler, dass sich in der Nähe von "Curiosity" eine Methanquelle befinde, an der das Gas produziert oder ausgestoßen werde und sich dann rasch in der Umgebung verteile. Welcher Art diese Quelle ist, wissen die Forscher nicht. Direkte Hinweise auf biologische Aktivität haben sie nicht gefunden.

Der Kleinwagen-große Roboter hat auf dem Roten Planeten bereits mehrere Kilometer zurückgelegt und zahlreiche wissenschaftliche Daten und Fotos zur Erde geschickt. Er überstand während seiner Mission schon Stürme, Computerpannen und Kurzschlüsse.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko
Mexiko wird von einer beispiellosen Gewaltwelle überrollt: Tausende Menschen werden jedes Jahr ermordet, von vielen wird keine Notiz genommen. Jetzt aber geht ein …
Morde an drei Filmstudenten erschüttern Mexiko
Wenn echte Vanille immer weniger nach Vanille schmeckt
Mit rund 600 Euro pro Kilo ist Vanille eines der teuersten Gewürze der Welt. Trotzdem machen Experten gerade die hohen Preise für Qualitätsmängel verantwortlich. Für ein …
Wenn echte Vanille immer weniger nach Vanille schmeckt
Todesfahrer von Toronto von Frauenhass getrieben?
Nach der mörderischen Fahrt in Toronto wird weiter über die Hintergründe der Tat gerätselt. In US-Medien wird nun Hass auf Frauen als mögliches Motiv für die blutige Tat …
Todesfahrer von Toronto von Frauenhass getrieben?
Mikroplastik in der Arktis erstaunt selbst die Forscher
In der Arktis haben Forscher eine hohe Konzentration winziger Plastikteilchen entdeckt. Die Wissenschaftler waren selbst von den Proben überrascht. 
Mikroplastik in der Arktis erstaunt selbst die Forscher

Kommentare