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Auf dem Kreuzfahrtschiff „Freewinds“ von Scientology sind die Masern ausgebrochen (Symbolbild).

Hohe Ansteckungsgefahr

Masern-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Passagiere in Quarantäne - neue Entwicklung

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Auf einem Kreuzfahrtschiff sind die Masern ausgebrochen. Knapp 300 Passagiere waren deshalb nun in der Karibik in Quarantäne. Nun gibt es vorsichtige Entwarnung. 

Update vom 6. Mai: Nach gut einer Woche in Quarantäne wegen eines Masernfalles an Bord können die Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs der Scientology-Organisation voraussichtlich am Mittwoch auf der Karibikinsel Curaçao an Land gehen. Wie die Gesundheitsbehörden der niederländischen Insel am Montag mitteilten, können die rund 300 Passagiere das Schiff verlassen, sobald das Ergebnis von Blutuntersuchungen vorliegt.

Das Schiff war am Dienstag vergangener Woche aus Curaçao kommend auf der Insel St. Lucia eingetroffen. Da ein weibliches Besatzungsmitglied an den Masern erkrankte, stellten die dortigen Behörden das Schiff unter Quarantäne. Allen Besatzungsmitgliedern und Passagieren war der Landgang verboten.

Masern auf Kreuzfahrtschiff: Passagiere geben Blutprobe ab

Am Donnerstagabend hatte die "Freewinds" St. Lucia wieder verlassen und war in ihren Heimathafen Curaçao zurückgefahren. Inzwischen haben die rund 260 Passagiere, die nicht nachweislich gegen Masern geimpft waren oder die Krankheit schon durchgemacht hatten, eine Blutprobe abgegeben, wie der Chefepidemiologe des Instituts für Gesundheits- und Biomedizinforschung auf Curaçao, Izzy Gerstenbluth, dem Sender AFP-TV sagte. Sie werden demnach nun in der Niederlanden untersucht, am Mittwoch soll das Ergebnis vorliegen.

Die 134 Meter lange "Freewinds" wird von Scientology nach eigenen Angaben für Reisen mit spirituell-religiösem Charakter verwendet. Impfungen sind bei der Scientology-Organisation, die sich selbst als Kirche beschreibt, nicht verboten. Auf dem Schiff habe es auch keine "Masern-Epidemie" gegeben, betonte Gerstenbluth. Die erkrankte Frau aus Dänemark sei sofort isoliert worden und habe das Isolierzimmer der Krankenstation auch nicht mehr verlassen. Inzwischen gehe es ihr wieder besser.

Masern-Ausbruch auf Scientology-Kreuzfahrtschiff: Passagiere in Quarantäne

Erstmeldung vom 2. Mai: St. Lucia - Knapp 300 Menschen sind in der Karibik in Quarantäne. Der Grund: Auf ihrem Kreuzfahrtschiff sind die Masern ausgebrochen. Ärztin Merlene Fredericks James bestätigte am Mittwoch, dass ein weibliches Besatzungsmitglied an Masern erkrankt sei und auf dem Schiff im Hafen der Insel St. Lucia isoliert behandelt werde. 

Aufgrund hoher Ansteckungsgefahr gelte seit Montag die Quarantäne, das sei eine Entscheidung gemäß den Empfehlungen der panamerikanischen Gesundheitsorganisation PAHO, so James weiter.

Masern auf Kreuzfahrtschiff: Es gehört Scientology

Ein Mitarbeiter der Küstenwache von St. Lucia bestätigte dem US-Sender NBC, dass es sich um die „Freewinds“ handele, einem US-Schiff, das der Sekte Scientology gehört. Diese gibt offiziell auf ihrer Webseite keine Empfehlungen an ihre Mitglieder, sich nicht zu impfen. Allerdings berichten viele Aussteiger immer wieder von einer verbreiteten medizinkritischen Haltung innerhalb der Gruppe.

In den USA wurden Masern im Jahr 2000 für ausgerottet erklärt, doch die Krankheit erlebt aufgrund vieler Impfgegner eine Rückkehr. Aktuell gibt es laut US-Gesundheitsbehörde CDC in den Vereinigten Staaten 704 bestätigte Fälle, ein Negativ-Rekord in den vergangenen 25 Jahren. Viele wissenschaftliche Studien haben belegt, dass es keinen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus als befürchteter Nebenwirkung gibt.

Auch in München gab es einen Masern-Alarm: Hier war die Krankheit in einem McDonald‘s Restaurant aufgetreten.

dpa/rjs

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