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Gut 64 JahrenachdemEnde des Zweiten Weltkriegs scheint in Tschechien der Massenmord an Sudetendeutschen vom Juni 1945 im nordböhmischen Postoloprty (Postelberg) aufgeklärt.

Massaker an Sudetendeutschen in Tschechien geklärt

Prag/München - Gut 64 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs scheint in Tschechien der Massenmord an Sudetendeutschen vom Juni 1945 im nordböhmischen Postoloprty (Postelberg) aufgeklärt.

Laut tschechischer Kriminalpolizei gab vermutlich Lagerkommandeur Vojtech Cerny den Befehl, die in Postoloprty lebenden deutschsprachige Männer zu erschießen, mindestens 763 Todesopfer, darunter Jugendliche, sind historisch belegt. In München begrüßte die Sudetendeutschen Landsmannschaft am Freitag die neuen Erkenntnisse.

Der Bundesvorsitzende Franz Pany sagte laut einer Presseerklärung: "In Tschechien wächst vermehrt die Bereitschaft zur geschichtlichen Aufarbeitung der gemeinsamen Vergangenheit." Man hoffe, dass "nun die bislang verdrängten Gräueltaten an den Sudetendeutschen politisch und juristisch aufgearbeitet werden".

Nach tschechischen Polizeiangaben waren im Zuge der neuerlichen Untersuchungen drei Dutzend überlebende Augenzeugen befragt worden, die den 1991 verstorbenen Cerny und den damaligen Polizeichef von Postoloprty , Bohuslav Marek , belasteten. Demnach habe auch Marek, der 1969 starb, Wachen mit den Erschießungen beauftragt. Weder Cerny noch Marek waren zu Lebzeiten verurteilt worden. Bei der Befragung durch eine tschechoslowakische Untersuchungskommission 1947 hatten die beiden aber ihre Anwesenheit bei den Exekutionen eingeräumt.

Mehr als zwei Millionen Sudetendeutsche waren nach dem Ende des Nazi-Regimes systematisch aus Böhmen und Mähren vertrieben und enteignet worden. Das Massaker in Postoloprty gilt als einer der grausamsten Übergriffe jener Zeit gegen die ethnische Minderheit. Seit 2008 wird in der Gemeinde über die Errichtung eines Mahnmals diskutiert. Erst in den vergangenen Jahren begannen in Tschechien vor allem Schriftsteller und Filmemacher, die schwierige gemeinsame Vergangenheit zu thematisieren.

dpa

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