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Erst im Februar kam es auf der A6 in Baden-Württemberg zu einer Karambolage mit rund 40 Autos.

Dutzende Verletzte in Hessen

"Horrorszenario": Hunderte Meter Fahrzeugwracks

Friedberg - Dutzende Fahrzeuge krachen im Schneegestöber in Mittelhessen ineinander. Das Trümmerfeld auf der A 45 ist gewaltig. Es gibt etliche Verletzte, aber wie durch ein Wunder kommt niemand ums Leben.

Die Wracks Dutzender Autos und Lastwagen sind ineinander verkeilt, sie sind zusammengeschoben, etliche völlig demoliert. Geplatzte Airbags hängen aus den Trümmern, Sanitäter hasten über diesen Schrottplatz auf der Autobahn, vorbei an den aufgetürmten Blechgerüsten, den Stoßstangen und verdrehten Rädern. Das sei ein Unfall, den selbst erfahrene Feuerwehrleute nur „einmal im Leben sehen, hoffe ich“, sagt der Wetterauer Kreisbrandinspektor Otfried Hartmann. Er gehört zu den Einsatzkräften, die am Dienstagmittag alarmiert werden und zu der ungewöhnlich schweren Unfallserie auf der Autobahn 45 in Mittelhessen eilen.

Am Mittag schreckt die erste kurze Mitteilung der Polizei auf: Massenkarambolage im Schneegestöber zwischen Wölfersheim und Florstadt, etwa 100 Fahrzeuge sind zusammengestoßen. Die Polizei in Friedberg geht bis zum Abend von Dutzenden Verletzten aus. Zudem zählt sie auf der Strecke noch weitere, aber kleinere Unfälle.

Fahrzeugtrümmer versperren Helfern den Weg

Es sei ein schwieriger Einsatz, sagt Hartmann. Das größte Problem sei zunächst gewesen, die Unfallstelle zu erreichen, um die Opfer zu versorgen und sich ein erstes Bild zu machen. Die Fahrzeugtrümmer versperrten den Weg. Über die andere Autobahnseite kommen die Retter näher heran.

Während die Helfer von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr, die Seelsorger und Notärzte im Schneetreiben im Einsatz sind, wärmen sich die unverletzten Reisenden in beheizten Zelten auf. Es gibt heißen Zitronen- und Waldfruchttee. Niemand ist ums Leben gekommen - angesichts der Trümmerlandschaft wirkt das wie ein Wunder.

Lob und viel Arbeit für die Einsatzkräfte

Ein Mann ist auch mehrere Stunden nach dem Unfall sichtlich geschockt: „Ich habe nur noch die Warnblinkanlage angemacht, dann war es auch schon rum.“ Ein junger Vater spricht von einem „Horrorszenario“. Der 30-Jährige, seine Partnerin und der sechs Monate alte Sohn mussten aus dem Beifahrerfenster ihres zerbeulten Autos klettern. Ein Lkw-Fahrer ließ sie dann in sein beheiztes Führerhaus, wie er aufgewühlt erzählt. Nun sitzt die junge Familie in einem Wagen der Feuerwehr. Die Helfer arbeiteten einfach super, sagen sie.

Und die Einsatzkräfte haben noch einige Stunden vor sich: Die Wracks sollen nach und nach abtransportiert werden. Kreisbrandinspektor Hartmann schätzt, dass die Bergungsarbeiten noch bis Mittwochmittag dauern werden. Übernachten wird niemand auf dem Trümmerfeld.

dpa

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