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Empörung an US-Grundschule

Skandal! Mathe-Hausaufgaben mit Sklaven

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New York - "Wenn ein Sklave fünf Mal am Tag ausgepeitscht wird: Wie oft...?" An einer New Yorker Grundschule sollten Viertklässler Mathe-Hausaufgaben mit Sklaven lösen. Jetzt ist die Empörung groß. 

Keine Frage: Rechnen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die Kindern in der Schule vermittelt werden. Viele Lehrer lassen sich auch Aufgaben zu Themen einfallen, die die Kinder für Rechenaufgaben begeistern. Etwa Tiere, Clowns oder Comicfiguren. Manche Themen eignen sich aus Pietäts-Gründen ganz sicher nicht. Zum Beispiel das Thema Sklaverei. Und das ausgerechnet in einer US-Grundschule, wo das sensible Thema sogar im Geschichtsunterricht äußerst sachlich behandelt wird.

Jetzt sorgt eine geschmacklose Mathe-Hausaufgabe mit Sklaven für Empörung in New York - und weit darüber hinaus. An einer Schule in Manhattan. Wie der Sender NY1 berichtet, entdeckte Lehrerin Aziza Harding die Aufgaben, als sie gebeten wurde, die entsprechenden Arbeitsblätter zu kopieren. "Ich habe mir nur gedacht: 'Wow, das ist wirklich daneben.'"

Oval Office: Hier arbeitet der US-Präsident

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Kostprobe: "Auf einem Sklavenschiff war Platz für 3.799 Sklaven. Eines Tages kommt es zur Meuterei. Hinterher sind 1.897 Sklaven gestorben. Wieviele Sklaven lebten dann noch?"

Und eine andere Aufgabe: "Ein Sklave wurde fünf Mal am Tag auspeitscht. Wie oft wurde er im Laufe eines Monats (31 Tage) ausgepeitscht? Ein anderer Sklave wurde neun Mal am Tag ausgepeitscht. Wie oft wurde er im Laufe eines Monats ausgepeitscht? Und wie oft wurden beide Sklaven zusammengerechnet im Laufe eines Montas ausgepeitscht?"

Lehrerin Harding empörte sich gegenüber NY1: "So etwas sollte keine Thema für eine Hausaufgabe sein. Und ich wollte so etwas nicht fotokopieren." Empört zeigte sie die Aufgaben ihrem früheren Uni-Professor Charlton McIlwain. Der traute seinen Augen nicht: "Mein erster Gedanke war: 'Das glaube ich nicht!'", erklärte der Professor gegenüber NY1. Der Gelehrte kontaktierte sowohl den Sender als auch die Direktorin der Grundschule." Deren Reaktion: "Ich finde das abstoßend!"

Dann kam der Schule die schlimme Erkenntnis: Die Aufgaben wurden von anderen Viertklässlern im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts ausgearbeitet. Somit steckten mindestens zwei Lehrer hinter der geschmacklosen Aktion. Professor McIlwain kann darüber nur den Kopf schütteln? "Wo ist denn da der Lerneffekt?" Die Kinder, so meint der Gelehrte würde ja gar nichts über die schlimmen historischen Zusammenhänge erfahren.

Die oberste Schulbehörde kündigte gegenüber NY1 bereits Konsequenzen an: "So etwas ist offensichtlich nicht hinzunehmen. Wir werden gegen die verantwortlichen Lehrer angemessene disziplinarische Maßnahmen verhängen."

Simcha Felder, Mitglied des Senats des Staates New York, forderte bereits die Entlassung der beiden Lehrer. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

fro 

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