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Ein Foto vom Absturzort

Medwedew rügt Russlands marode Luftflotte

Moskau - Nach dem Flugzeugabsturz am Mittwoch hat Kremlchef Dmitri Medwedew den maroden Zustand der russischen Luftflotte kritisiert.

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Alle Opfer geborgen

Der russische Präsident Dimitri Medwedew hat sich nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs für baldige Veränderungen in der Luftfahrtindustrie des Landes ausgesprochen. Dazu sollte auch eine Verringerung der Fluggesellschaften gehören. “Die Zahl der Airlines sollte drastisch reduziert werden, und es ist nötig, dies innerhalb kürzester Zeit zu tun“, sagte Medwedew im russischen Fernsehen.

Einen Tag nach dem Absturz bei Jaroslawl, 240 Kilomter nordöstlich von Moskau, stand die Ursache des Unglücks noch immer nicht eindeutig fest. So waren Arbeiter damit beschäftigt, das Heck des Flugzeugs vom Typ Jak-42 zu bergen, in dem sich nach Aussage von Katastrophenschutzminister Sergej Schoigu ein Flugschreiber befinden soll.

Bei dem Unglück waren am Mittwoch 43 Menschen getötet worden. Unter den Opfern waren 36 Spieler der Eishockey-Mannschaft Lokomotive Jaroslawl, darunter der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich. Am Donnerstagmorgen kamen Hunderte Trauernde in der Kathedrale von Jaroslawl zusammen. Medwedew legte Blumen am Unglücksort nieder und forderte später zu einer Schweigeminute für die Opfer auf.

130 Luftverkehrsunternehmen russlandweit

Der Absturz hat erneut die Probleme mit der Flugsicherheit in Russland und anderen früheren Sowjetrepubliken zutage treten lassen. So kritisieren Experten das Alter der Flugzeuge, die mangelhaften Kontrollen durch die Regierung, die schlechte Pilotenausbildung sowie die Kostensenkungen in der Branche.

Es war nicht klar, welche konkreten Maßnahmen die Regierung einleiten könnte, um die Zahl der Luftverkehrsunternehmen zu verringern. Zumal es sich bei zahlreichen davon um kleine, regional operierende Unternehmen mit unsicherer Finanzlage handelt. Der russische Verkehrsminister Igor Lewitin sagte Medwedew, dass es landesweit rund 130 Fluggesellschaften gebe. Allerdings würden 85 Prozent der Passagiere gerade mal von zehn Prozent der Anbieter befördert.

Die Absturzmaschine stammte aus dem Jahr 1993, erst vor einem Monat war eines ihrer drei Triebwerke ersetzt worden, sagte der stellvertretende Verkehrsminister Waleri Okulow russischen Medien am Donnerstag. So ist unklar, ob technische Probleme eine Rolle bei dem Unglück spielten, doch hatte die Maschine offenbar Probleme, an Höhe zu gewinnen, bevor sie gegen einen Funkmast prallte und dann am Ufer der Wolga entzwei brach.

dapd

Bilder vom Absturzort

Eishockey-Team stirbt bei Flugzeugabsturz

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