Mehr als ein dutzend lesbische Paare kämpfen für die rechtliche Anerkennung ihrer Mutterschaft vor Gericht
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LGBT*-GLEICHSTELLUNG

Mehr als ein dutzend lesbische Paare kämpfen für die rechtliche Anerkennung als Mütter vor Gericht

  • Juliane Löffler
    vonJuliane Löffler
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Vor einem Jahr berichtete BuzzFeed News über die Akkermanns, die rechtlich gemeinsam als Mutter und Co-Mutter anerkannt werden wollen. Heute entscheidet das Oberlandesgericht Celle über ihren Fall.

Nach Informationen von BuzzFeed News klagen in Deutschland mehr als ein Dutzend Paare vor Gerichten, damit sie beide als Mütter ihrer Kinder anerkannt werden. Sie wehren sich gegen die aktuelle Regelung bei lesbischen Paaren: Die gebärende Mutter wird rechtlich anerkannt, die Co-Mutter muss ihr Kind jedoch erst noch adoptieren. Die nötigen Adoptionsverfahren dauern teilweise jedoch jahrelang und werden als schikanierend empfunden. Daran hat auch die Ehe für alle 2017 nichts geändert, die eigentlich für Gleichstellung sorgen sollte.

Das erste Paar, das seine Klage medienwirksam öffentlich machte, sind Verena Teichmann und Gesa Akkermann. BuzzFeed News* berichtete vor einem Jahr zuerst über die Frauen, die damals ihr Kind erwarteten. Ihre Tochter Paula ist mittlerweile auf der Welt und wird bald ein Jahr alt. Die Artikel durch BuzzFeed News und andere Medien hätten auch anderen Paaren Mut gemacht, gegen die Ungleichbehandlung zu klagen, sagt Gesa Akkermann im Telefonat mit BuzzFeed News. Zudem gründeten mehrere Paare im Sommer 2020 die Initiative „Nodoption“, an der mehrere Familien aktiv beteiligt sind.

Die Anwältin Lucy Chebout, welche mehrere Paare der Initiative rechtlich vertritt, schreibt BuzzFeed News, die Ungleichbehandlung von Paula und mehr als 16.000 weiteren Kindern in queeren Familien sei nicht tragbar. „Sie fühlt sich nicht nur falsch an, sondern verletzt vor allem die Grundrechte der betroffenen Kinder und ihrer Eltern.“ Die Bundesregierung habe den Reformbedarf zwar schon lange erkannt, bleibe aber weiterhin untätig.

Seit einigen Tage teilen die betroffenen Paare und andere Unterstützer:innen außerdem das Hashtag #PaulahatzweiMamas in sozialen Netzwerken. Die Kampagne wurde von der Vorreiter-Familie Akkermann gestartet, um auf ihren Verhandlungstermin aufmerksam zu machen, der heute am Oberlandesgericht Celle stattfindet. Die Anwältin Lucy Chebout, welche mehrere Paare der Initiative rechtlich vertritt, schreibt BuzzFeed News, die Ungleichbehandlung von Paula und mehr als 16.000 weiteren Kindern in queeren Familien sei nicht tragbar. „Sie fühlt sich nicht nur falsch an, sondern verletzt vor allem die Grundrechte der betroffenen Kinder und ihrer Eltern.“ Die Bundesregierung habe den Reformbedarf zwar schon lange erkannt, bleibe aber weiterhin untätig.  Verlieren die Akkermanns heute in Celle, würde der Weg zum Bundesverfassungsgericht frei. Diesen Weg will die Familie gehen, unterstützt unter anderem von der Gesellschaft für Freiheitsrechte. Allein sind sie aber ohnehin nicht mehr: Mehrere Paare der Nodoption-Initiative, schreibt die Initiatorin Klitzsch-Eulenburg, sind ebenfalls bereit, bis zum Bundesverfassungsgericht oder den Europäischen Gerichtshof zu gehen.

Mehr Informationen zur Klage der Akkermanns und der Initiative Nodoption* gibt es bei BuzzFeed News. *buzzfeed ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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